Leserpost aus der Hölle. Teil 3: „Krank, wie man versucht, Leute über den Tisch zu ziehen“

Dass ich unhöfliche Mails hier im Blog bekomme, ist nicht neu. Dass allerdings auf Ebay Kleinanzeigen mir völlig unbekannte Menschen sich erlauben, mich zu beleidigen, hat mich dann doch erstaunt. So schreibt Karsten Anfang Dezember: „Sie machen sich lächerlich mit ihrem 660 Euro Preis. Der Maler wird zwischen 50-150 Euro gehandelt. Krank, wie man versucht, Leute hier über den Tisch zu ziehen.“ Hintergrund: Karsten bezieht sich auf eine Kleinanzeige, in der wir ein Bild eines Malers anbieten, dessen Stil uns nicht gefällt. Möglicherweise werden Bilder von ihm für unter 150 Euro im Internet angeboten. Die, die ich recherchiert habe, liegen aber eher zwischen 650 und 1600 Euro. Was mir beim…

Von wegen Totholzmedien: Digitalisierung auf der #fbm17

Auf der Buchmesse in Frankfurt gibt’s – klar: Bücher. Aber längst nicht nur. Oder besser gesagt: längst nicht nur auf Papier gedruckt. Ich fahre im Gegenteil aus einem ganz anderen Grund gerne nach Frankfurt. Und zwar, weil dort regelmäßig viel über Digitalisierung gesprochen wird. Posts zur Buchmesse findet Ihr übrigens in den sozialen Medien unter #fbm17.

Super Idee: die Gutmenschen-App

Kaum ein Wort hat in den vergangenen Jahren so gelitten wie Gutmensch. Schade, finde ich, denn ich bin viel lieber ein guter Mensch als ein Arschloch. Sicherlich bin auch ich weit davon entfernt, perfekt zu sein. Aber ich gebe mir Mühe: In Vietnam und Ekuador habe ich je einem Mädchen eine Ausbildung ermöglicht. Derzeit finanzieren wir einem jungen Mann in Tansania die Schule und im Anschluss sein Studium. Ich war ehrenamtlich während der Gay Games als Reporterin im Einsatz, war Beirätin in der Eigentümergemeinschaft, bin derzeit im Vorstand der Kölner Journalisten-Vereinigung und bei der Bundestagswahl in einigen Wochen freiwillig Wahlhelferin. Blutspenden war ich neulich auch das erste Mal, und auch…

Seminar für JournalistInnen in Krisenregionen

Ich bin ein überwiegend fröhlicher und höflicher Mensch. Besonders in der Arbeitswelt: Grüßt mich jemand, wenn ich geschäftlich unterwegs bin, grüße ich zurück. Auch wenn ich die Person nicht kenne. Und ich lächle. Viel und oft. Dass das nicht in allen Kulturen richtig ist, habe ich in Kenia erfahren: An einem Sicherheitsposten wunderte ich mich, warum die anderen Frauen mit versteinerten Gesichtern geradeaus schauten. Ich lächelte den Sicherheitsbeamten an und grüßte. Darauf flüsterte er mir eine etwas zweideutige Bemerkung zu, und ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Zum Glück fuhren wir in diesem Moment weiter.

Wenn man (k)einen Urlaub gebucht hat

Es gibt viele Portale, in denen man mit Vergünstigung Produkte kaufen kann. Manchmal geht es dabei um Restposten, in anderen Fällen kommt der Rabatt dadurch zustande, dass über eine Plattform besonders viele Käufer gefunden werden. Ich hatte mit den Angeboten von letzteren Plattformen eine gute Zeit: Gutscheine für Restaurantbesuche, Cafés, Museen, Stadtführungen. Vor gut einem Jahr habe ich mich aber entschlossen, mein letztes Konto bei einem solchen Anbieter zu kündigen. Der Grund dafür: Mein Mann bekam im Juli 2016 völlig überraschend die Information von einem dieser Unternehmen, dass er eine Rundreise in Vietnam für zwei Personen gebucht habe, und zwar für 998 Euro. Das ist aus mehreren Gründen völlig abwegig:

Kinderbilder im Netz und die Folgen

So süß: Breiverschmiert, auf dem Töpfchen oder das erste Mal am Strand. Stolze Eltern teilen diese Fotos ihrer Kleinen gerne in sozialen Netzwerken – und wissen oft nicht, welche Folgen das haben kann. Doch soziale Medien wie Facebook und Instagram sind kaum noch aus dem Leben moderner Eltern wegzudenken. Sie verbinden Menschen über Kontinente und um die ganze Welt, und es ist kein Wunder, dass man dort auch Fotos der eigenen Kinder teilen möchte, um Freunde und Familie in der Ferne am Aufwachsen der Kleinen zu beteiligen. Allerdings ist die Welt da draußen nicht nur gut: „Sicherlich ist es ein extremes Beispiel, wenn wir vor Pädophilen warnen“, sagt Martin Müsgens,…

Leserbriefe aus der Hölle, Teil 2: „Sie leben von den Dummen“

Dieser Leserbrief erreichte mich als Mail und hat eine Vorgeschichte. Er bezieht sich auf einen Artikel, den ich 2013 über Postpay geschrieben habe. Der Text ist einer der meistgelesenen und -kommentierten auf meiner Homepage, und das, obwohl er schon so alt ist. Zuletzt kommentierte dort ein Mensch mit abgekürztem Vor- und ausgeschriebenem Nachnamen. Obwohl es im Artikel um Postpay geht, kam er auf Paypal zu sprechen. Ich antwortete ihm relativ kurz. Darauf kam ein langer Kommentar zurück, den ich nicht 1:1 freischalten konnte. In dem Kommentar standen nämlich Aussagen, von denen ich schlicht und ergreifend nicht weiß, ob sie stimmen oder nicht. Wären sie falsch, käme ich bei einer Veröffentlichung…

Ein Platter am Mietwagen – und was danach kam

„Der Reifen vorne links verliert langsam Luft“. Ich schaue meinen Mann entsetzt an. Ist er sich sicher? Natürlich ist er sich sicher: Gestern habe der Reifen noch 32 PSI gehabt, jetzt deutlich unter 30. PSI ist eine angloamerikanische Maßeinheit für den Druck, und wir waren in Schottland unterwegs. Wir fuhren zu einer Tankstelle, pumpten den Reifen auf: 34 PSI. Noch hatten wir die Hoffnung, der Reifen sei vielleicht einfach nur nachlässig aufgepumpt gewesen.

Leserpost aus der Hölle, Teil 1. „Sie bekommen Provisionen“

Die Zahl von Kommentaren, in denen ich beleidigt werde, oder in denen mir unbekannte Menschen Dinge unterstellen, die völlig absurd sind, wächst. Es scheint eine immer niedrigere Hemmschwelle zu geben, fremde Menschen anzupöppeln. Übrigens nehmen diese unschönen Umgangsformen auch unter Bekannten und über alle sozialen Netzwerke zu, habe ich den Eindruck. Ich habe dazu neulich schon einmal einen Text veröffentlicht. Ich genehmige diese Kommentare trotzdem, zumindest ansatzweise und so, dass ich damit nicht gegen geltendes Recht verstoße. Werden also in den Kommentaren Unternehmen oder Privatmenschen angegangen mit Aussagen, die nicht belegt sind oder strafrechtlich verfolgt werden könnten, veröffentliche ich diese Passagen nicht. Schließlich hafte ich für das, was auf meiner…