Hiddenhausen: „Es war Zeit, zu handeln“ – Junge Familien gewinnen durch Altbauförderprogramm

Es war 2004, als Hiddenhausen in Ostwestfalen-Lippe eine erschreckende Bevölkerungsprognose bekam: Die Zahl der 50- bis 70-Jährigen sollte in den kommenden Jahren steigen, die der jüngeren Bewohner stagnieren oder schrumpfen. Die Folgen für eine Gemeinde mit rund 20.000 Einwohnern: Das Leben vor Ort stirbt langsam aber sicher, wenn der öffentliche Personennahverkehr ausgedünnt wird und öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder oder Bibliotheken schließen müssen. „Es war also Zeit zu handeln“, erzählt Andreas Homburg, Amtsleiter Gemeindeentwicklung und Wirtschaftsförderer der Gemeinde Hiddenhausen. Darum machte man eine Erhebung: Wie viele Alte und Rentner gibt es? Wie viele Kinder und Frauen im gebärfähigen Alter? Wie viele Immobilien würden künftig leer stehen?

Wohnraum für die Städte: Vom Bürogebäude zum Wohnhaus

In den Städten ist Wohnraum knapp. Doch dort stehen immer wieder Bürogebäude leer, beispielsweise das ehemalige Hauptgebäude des Gerling Konzerns in Köln nach der Übernahme durch Talanx und dem Umzug auf die andere Rheinseite. Dort entsteht nun ein neues Viertel mit Wohn- und Geschäftsräumen, das Gerling Quartier. Auch wenn die neue Nutzung der Gebäude sinnvoll ist: Die breite Masse findet dort in der Regel keinen Wohnraum, weil die Quadratmeterpreise relativ hoch sind. Im Gerling Quartier liegen sie bei ab 5000 Euro pro Quadratmeter, während der Durchschnittspreis derzeit bei etwa 3.500 Euro pro Quadratmeter in Köln liegt. Trotzdem ist die Umwandlung von Bürogebäuden in Wohnungen sinnvoll – dann nämlich, wenn die…

Das Demographie Netzwerk der Wirtschaft

Trotz Zuwanderung werden in Deutschland in den kommenden Jahren Fachkräfte fehlen. In einigen Branchen und Regionen ist es schon so weit: Stellen bleiben unbesetzt, weil sich kein passender Bewerber findet. Unternehmen müssen sich darum mit der Frage auseinandersetzen, wie sie mit weniger Mitarbeitern den Betrieb aufrechterhalten können. Oder welche Möglichkeiten sie haben, Fachkräfte an- und abzuwerben.

Genossenschaftlich geführtes Gasthaus: Die Krone Schenke in Unsleben

Maximal 30 Minuten gibt mir Gertraud Balling, als ich sie an einem Freitagmorgen um halb zehn in der Krone Schenke im bayrischen Unsleben anrufe. Kein Wunder: In der genossenschaftlich geführten Gaststätte muss heute ein 60. Geburtstag gestemmt werden: Zwar arbeiten in der Küche bis zu vier Personen und auch im Service sind bis zu vier Leute tätig, hinzu kommen zwei Reinigungskräfte. Doch fast alle arbeiten nur in Teilzeit, und manche Arbeiten müssen eben auf freiwillige Schultern aus dem Dorf verteilt werden. Dazu gehört heute Servietten zu falten und Besteck zu polieren – nur zwei kleine Aufgaben, die Gertraud Balling, Vorstandsmitglied der Genossenschaft, an diesem Freitag übernommen hat.

Niedersachsen: Gemeinde Wulften fördert Altbaukauf

Es ist bisher eine kleine Erfolgsgeschichte: Sechs Förderanträge hat die Gemeinde Wulften in Niedersachsen seit Start Ihres Programms „Jung kauft Alt“ im Frühjahr 2015 vorliegen. Ziel des Programms ist es, junge Familien dabei zu unterstützen, leerstehende Altbauten in Wulften zu kaufen. Das macht man in dem Ort mit unter 2.000 Einwohnern ganz bewusst, denn nur so lässt sich die bisher sehr gute Infrastruktur des Ortes erhalten. Noch gibt es dort Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten, Banken und einen Bahnhof. Und das soll auch so bleiben.

Warum die Unterbringung von Flüchtlingen kein Problem sein sollte und wie vor allem der ländliche Raum davon profitieren kann

Die Bevölkerungsprognose der Bertelsmann-Stiftung verliert durch den konstanten Zuzug von Flüchtlingen an Bedeutung. Das Statistische Bundesamt meldete im September, dass die Bevölkerungszahl in Deutschland durch die Flüchtlinge wächst: Im Jahr 2014 nahm nach vorläufigen Ergebnissen die Bevölkerungszahl Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr um 430.000 Personen (+ 0,5 %) zu und lag am Jahresende bei 81,2 Millionen Einwohnern. Dies ist der höchste Bevölkerungszuwachs seit 1992, der damals mit + 700.000 Personen deutlich höher gewesen war. 2013 hatte es einen Anstieg von 244.000 Personen (+ 0,3 %) gegeben. (…) In fast allen Bundesländern mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt, Thüringen und dem Saarland nahm die Bevölkerungszahl zu. Die größten Bevölkerungszuwächse gab es in den…

Wie Megatrends die Bankenlandschaft beeinflussen

Demographischer Wandel, Silver Society, Urbanität und Konnektivität – das sind nur einige der so genannten Megatrends. Ein Megatrend beeinflusse jeden Einzelnen, die gesamte Gesellschaft, und das über Jahrzehnte, heißt es beim Zukunftsinstitut. Dort erforscht man europäische Trends und die damit verbundene Zukunft. Megatrends haben natürlich auch Einfluss auf die deutsche Bandenlandschaft.

Unternehmen gegen den demographischen Wandel
Gräflicher Landsitz Hardenberg: „Wir versuchen alle, den Prognosen entgegenzuwirken“

Die Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung für Niedersachsen ist nicht gerade rosig. Trotzdem oder gerade deshalb gibt es in dem Bundesland einige nennenswerte Initiativen gegen den Bevölkerungsschwund: In Ottenstein beispielsweise verschenkt man Grundstücke, und in Einbeck kaschiert eine Bürgerinitiative den Leerstand in der Innenstadt. In beiden Fällen ist jedoch auch die Politik gefordert, die Bürger bei ihrem Engagement zu unterstützen. Neben den Bürgern machen sich auch Unternehmen für ihre Region stark: Während eines Bloggerwochenendes im Burghotel Hardenberg unterhielt ich mich mit Maja Gräfin von Hardenberg und Ina ten Doornkaat, die den Gräflichen Landsitz Hardenberg leitet, über den demographischen Wandel in Niedersachsen – und darüber, was das Unternehmen dagegen tut: Zusätzlich zum…

Leidersbach: Mit Geldgeschenken für Familien gegen den demographischen Wandel

Leidersbach liegt in Unterfranken, nur wenige Kilometer von Aschaffenburg entfernt. In dem Ort wohnen rund 4750 Menschen, zu wenige, als dass wegweiser-kommune.de von der Bertelsmann-Stiftung eine Bevölkerungsprognose für die kommenden Jahre aufzeigen würde. Fakt ist jedoch, dass es in Leidersbach Leerstand gibt. Baulücken und leerstehende Häuser hat man erfasst, um aktiv dagegen vorzugehen: Familien, die dort einziehen, bekommen 4.000 Euro geschenkt, pro Kind gibt es 2.000 Euro mehr. Der Maximalbetrag liegt bei 10.000 Euro pro Familie. Mich hat interessiert, wie viele Familien das Angebot bisher angenommen haben. Darum habe ich Kristin Wolf von der Gemeinde Leidersbach einige Fragen gestellt: Wie viele Familien hat Leidersbach bisher durch die Geldgeschenke gewonnen? Leidersbach…