Leserfrage: Ich heirate. Was mache ich mit meinem Nachnamen?

Welcher Name soll's denn sein?
Welcher Name soll’s denn sein?

Eine Kollegin fragte mich neulich, ob ich eigentlich bei meiner Heirat den Namen meines Mannes angenommen habe. Nein, das habe ich nicht. Ich habe erst mit Ende 30 geheiratet, ich bin unter meinem Nachnamen bekannt, ich sehe ehrlich gesagt auch keinen Sinn darin, den Namen zu ändern, nur weil man heiratet. Für mich war das also keine Frage, ich wollte weiterhin Blaß heißen. Der einzige Grund, den Namen eventuell zu wechseln, wäre gewesen, wenn ich damit das ß im Namen losgeworden wäre, ein steter Quell für Probleme bei Reisen im Ausland. In meinem Fall hätte ich das ß allerdings gegen ein ü getauscht, was auch nicht wirklich besser gewesen wäre. Also behielt ich meinen Namen.

Viele kreative Möglichkeiten

Allerdings ist das eine sehr persönliche Entscheidung, und eine richtige oder falsche Wahl gibt es nicht. Außerdem kann man seinen Nachnamen auch nachträglich noch ändern. Im näheren Bekanntenkreis habe ich einen Fall, bei dem sich die Frau, die den Namen des Mannes angenommen hatte, nach Jahren noch ihren ehemaligen Nachnamen anhängte. Und ein Mann, der einen Doppelnamen angenommen hatte, legte seinen eigenen Nachnamen ab, nachdem er sich mit seiner ursprünglichen Familie überworfen hatte. Möglich ist also alles.

Mein Name, dein Name, unser Name

Für Journalisten hat die Frage aber natürlich eine erweiterte Relevanz: Vielleicht publizierte man schon seit Jahren unter dem alten Namen, hat Bücher und Artikel geschrieben, die URL für die eigene Homepage auf diesen Namen geschützt oder sich einfach einen Namen gemacht. Wie geht man dann mit der Namensfrage bei der Hochzeit um? Ich kenne diese Fälle:

  • Eine ehemalige Kollegin, die sehr spät geheiratet hat, hat den Namen Ihres Mannes angenommen, aber weiterhin unter Ihrem früheren Namen publiziert. In diesem Fall muss man sich genau überlegen, unter welchem Namen man in den sozialen Netzwerken oder mit einer eigenen Homepage im Netz sein will. Sonst könnte es mit der Markenbildung schwierig werden.
  • Constanze Elter hieß viele Jahre Hacke, bis sie sich für den neuen Namen zum zehnten Hochzeitstag entschied. Ein Schritt, den sie nie bereut hat: „Meine Tochter fragte mich früher häufig, warum ich einen anderen Nachnamen habe“, erzählt sie rückblickend.
    Constanze Elter, Foto: <a href="Foto: www.ninasimone.de" target="_blank">Nina Simone Plum</a>
    Constanze Elter, Foto: Nina Simone Plum

    „Ich fand die Namens-Unterschiede auch schwierig, wenn es um Gesundheitsfragen bei ihr oder der Schwiegermutter ging. Da musste man immer viel erklären, bis man die Informationen erhielt, die man wollte.“ Heute ist aufgrund des gleichen Nachnamens die Familienzugehörigkeit offensichtlich, das macht es einfacher, Auskunft zu bekommen. Zum Namenswechsel musste sie übrigens nochmals aufs Standesamt und ein Formular unterschreiben. Außerdem nutzte sie den Zeitpunkt für eine Analyse ihrer Selbstständigkeit: Sie entwickelte ein neues Logo, gestaltete die Homepage um, stellte sich beruflich zwar nicht neu, aber optimiert auf. Und wird heute ganz selten nur noch mit ihrem alten Namen angesprochen. „Das ging viel einfacher, als ich erwartet hatte“, sagt sie.

  • Eine andere Kollegin hat den Namen des Mannes mit der Geburt der Kinder angenommen. Grund: Sie hatte früher investigativ gearbeitet und oft unfreundliche bis bedrohliche Mails bekommen. Sie wollte auf keinen Fall die Kinder für die Absender dieser Mails sichtbar machen. Darum wechselte sie auch den Job. Heute hat sie also einen anderen Nachnamen und einen Arbeitsplatz, der ihr in der Öffentlichkeit keine Probleme bereitet.
  • Eine Kollegin hat sich für den Doppelnamen entschieden – allerdings erst, nachdem sie recherchiert hatte, wie viele Kolleginnen es mit ihrem alten Nachnamen gibt, wie viele es mit dem Namen des Mannes, und wie viele es mit Doppelnamen sein würden. Ein taktisch kluger Schachzug.
  • Für einen Doppelnamen hat sich auch Mirko Born-Nanni entschieden: „Da meine Frau Italienerin ist, wollten wir ihren Namen gerne beibehalten. Gerade auch, weil wir damals sicher waren, dass die Kinder italienische Namen bekommen sollten. Da klingt Nanni einfach besser. So ganz abgeben wollte ich meinen aber auch nicht. Ist aber offenbar noch nicht so verbreitet, dass der Mann bei der Hochzeit einen Doppelnamen annimmt. Die Frau beim Standesamt zumindest war etwas verwundert, als ich sagte, dass ich den Doppelnamen haben möchte.“

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