Projekt Digitalien: Begegnungen, die Spaß machen

Projekt Digitalien. Mit der App Camera BW fotografiert und mit Moldiv zusammengesetzt.
Projekt Digitalien. Mit der App Camera BW fotografiert und mit Moldiv zusammengesetzt.

Nur noch zwei Tage im Projekt Digitalien, dann sind die neun Wochen als Ladenbesitzerin vorbei. Doch auch am Ende wird das Projekt nicht langweilig. Im Gegenteil: Gestern gab es geballt schöne Erlebnisse.

23 Grad draußen, im Projekt Digitalien ist es wie immer kalt. Ich lasse darum die Tür offen, und herein kommen bald zwei junge Frauen. „Wo sind wir hier?“, fragen sie, interessiert um sich blickend. Ich erkläre es ihnen. Cool, finden sie. Wo doch speziell die Generation ihrer Eltern oft Angst vor dem Computer habe – völlig unberechtigt. Darum gibt es auch die Workshops, erkläre ich: Foursquare und RSS-Feeds stehen noch aus. „Foursquare? Ich fühle mich gerade schrecklich alt“, sagt die eine. Ich schmunzle innerlich, als ich der Besucherin in ihren 20ern in aller Kürze den Dienst erkläre.

Kaum sind die Mädels draußen, kommt Frau K. vorbei. Sie war vor einigen Wochen beim SEO-Workshop. Ihr Interesse an Internetthemen ist groß, aber sie hat noch einen weiten Weg vor sich. Frau K. ist auf dem Heimweg, hatte aber leider einen Arbeitsunfall und will heute erst einmal zum Arzt gehen. „Ich denke so oft an Sie“, sagt sie unvermittelt. „Ich habe noch nie ein so kompaktes Seminar erlebt wie bei Ihnen, vielen Dank nochmals!“ Dann greift sie in ihre Tasche und holt eine Visitenkarte heraus. Sie gibt sie mir und sagt:“Und weil Sie mir Ihre Zeit für so wenig Geld geschenkt haben, habe ich beschlossen, Ihnen meine Dienstleistung ebenfalls für eine Stunde gratis anzubieten.“ Ich bin gerührt.

Direkt im Anschluss kommen zwei Frauen zum Workshop Smartphonefotografie. Die eine sagt: „Wir kennen uns!“ – ich schaue wahrscheinlich überrascht, und sage der Wahrheit entsprechend:“Ich kenne Deinen Namen, weiß aber nicht woher.“ Sie lacht:“Ich wohne unter Euch!“ – Ja, klar! So ist es eben, wenn man in einem großen Mietshaus lebt. Manche Leute kennt man, andere sieht man nie. Diese Frau sehe ich nur sehr selten, beispielsweise wenn ich ein Paket für sie angenommen habe. Interessanterweise hat sie vom Projekt Digitalien nicht übers Internet erfahren, sondern weil sie am Saisongeschäft in der Körnerstraße vorbei ging.

Eine dritte Frau kommt etwas verspätet zum Workshop – sie war schon bei einem anderen und kommt noch zu einem dritten. Ein Smartphone hat sie nicht, und wie sie mir erzählt, war sie bisher dieser neuen Technik gegenüber sehr skeptisch und ablehnend. „In Ihren Workshops stelle ich aber fest, dass die Geräte durchaus sinnvoll eingesetzt werden können“, sagt sie. „Ich komme langsam an den Punkt, über den Kauf eines solchen Gerätes nachzudenken“. Ich freue mich. Fast schüchtern sagt sie dann:“Und ich habe auch etwas gefunden, was ich als meinen Beitrag zu Ihrem Projekt Ihnen vorstellen könnte. Es ist eine Software, mit der gestresste Menschen sich wieder zur Ruhe bringen können. Meinen Sie, das wäre für Sie und Ihre Kollegen interessant? Gibt es auch als App!“. Ich bin begeistert!

Aufgrund ihres Vorschlags und weil ich einige Anfragen hatte, ob das Projekt Digitalien mit seinen Workshops fortgesetzt wird, denke ich jetzt darüber nach, es als lose Veranstaltungsreihe in den Räumlichkeiten eines Kollegen umzusetzen: Einmal im Monat, immer zu einem festen Termin. Wer ein Thema hat, darf es vorstellen – es muss nur irgendwie mit dem Internet zu tun haben. Honorar wie bisher auf Spendenbasis. Was haltet Ihr von dieser Idee? Welche Themen würdet Ihr Euch wünschen? Und wer würde einen Vortrag halten wollen?

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