Projekt Digitalien: „Voll schön, dass die Workshops kostenslos angeboten werden“

Arbeiten mit offener Tür
Arbeiten mit offener Tür

Meine zweite Woche im Projekt Digitalien war sehr ruhig. Den Grund dafür habe ich schnell erkannt, ich kann ihn aber nicht ändern: Ich war diese Woche überwiegend morgens im Lädchen, und morgens eilen die Menschen durchs Leben. Trotzdem gab es nette Begegnungen.

Morgens laufen die Leute sehr zielstrebig an meinem kleinen Fenster vorbei. Kaum einer nimmt sich Zeit, stehen zu bleiben, alle haben es eilig, müssen zur Bahn, zum Bus zur Arbeit oder in die Uni. Ich wäre lieber nachmittags im Projekt Digitalien, aber das war diese Woche kaum möglich. Denn Telefoninterviews führe ich lieber in meinem Büro, da hallt es nicht so. Außerdem ist es im Lädchen leider immer noch so kalt, dass ich es nicht länger als vier Stunden hier aushalte. Jetzt allerdings habe ich die Tür einfach aufgemacht, weil es draußen wärmer ist als drinnen, und so ist es, als ob ich mit meinem Laptop auf der Straße sitze. Ich bekomme alles mit – auch das Gespräch zweier junger Frauen, die meine Schilder lesen und sich die Streichhölzer ansehen. Ich frage von meinem Platz aus, ob ich helfen kann, sie kommen rein, wir plaudern ein bisschen. „Voll schön“, sagt die Dunkelhaarige, nachdem sie gelesen hat, dass alle Mini-Workshops kostenlos sind. „Da können ja wirklich alle mitmachen!“ Genau so ist es auch gedacht.

Anfang der Woche kam mich Ulrike besuchen. Auch sie war von den Workshops begeistert und fragte nach einem Flyer. Den hatte ich nicht, so fotografierte sie kurzerhand das Plakat mit dem Handy. Ulrike erzählte mir, sie arbeitet im Marketing, und sie will auf jeden Fall das eine oder andere Mal vorbeikommen. Auch den Straßenkehrer habe ich kennengelernt. Er hat dunkle Locken und einen Schnäuzer, und er fegt jeden Tag den Bürgersteig vor meiner Tür. Als ich zufällig raus kam, fragte er:“Na, alles klar bei Ihnen?“ – „Sicher“, sagte ich, „und selbst?“. Er lachte. Der Briefträger hier in der Straße grüßt übrigens auch immer, wenn er mich sieht. Heute gab er mir den Rat, ein Eis essen zu gehen. „Wer weiß, wann das Wetter wieder so toll ist?“, sagte er. „Machen Sie das doch!“. Ja, vielleicht mache ich das – bevor hoffentlich heute Abend Besucher zum Workshop „Apps für den Urlaub“ kommen.

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