Wie man eine dienstliche Auslandsreise vorbereitet

Flug nach Kakuma
Flug nach Kakuma

Kenia. Für viele ein Traumurlaubsland. Für andere aufgrund von Hitze, giftigen Schlangen und Spinnen eher furchteinflößend. Zugegeben: Ich hab’s auch nicht so mit dem afrikanischen Kontinent. Die Amerikas, Asien – alles kein Problem. Nach Afrika zieht es mich jedoch nicht. Aber wenn ich muss, dann fliege ich natürlich auch dorthin. 2012 war ich als ehrenamtliche Reporterin in Tansania, in einer Region ohne fließend Wasser und ohne Strom. 2016 hat es mich nach Kenia verschlagen. Ich sagte zunächst recht unbedarft zu, weil ich davon ausging, dass ich in irgendeinem gesichtlosen Hotel in irgendeiner ebenso gesichtslosen Stadt einen Workshop geben würde. Doch es änderte sich Vieles, als ich erfuhr, wo genau ich eingesetzt werden würde.

Ich dachte, ich hätte mich verlesen, als ich das Wort Kakuma das erste Mal in einer Mail meines Auftraggebers las. Kakuma ist das zweitgrößte Flüchtlingslager des Landes, 200.000 Menschen aus Somalia und dem Südsudan leben dort, auf der Flucht vor Vertreibung, Gewalt, Terror, Krieg und Tod. Ich wäre nicht Journalistin, wenn ich einen solchen Einsatzort nicht spannend finden würde. Ich bin aber auch realistisch und reiseerfahren genug, um zu wissen, dass diese Dienstreise nicht mit einem Ausflug innerhalb Europas zu vergleichen ist. Mallorca, Schweden, Lyon: Die Gefahren hier sind in der Regel überschaubar, die Versicherungen gelten annähernd gleichermaßen. So wird die Gesundheitskarte innerhalb Europas bei Ärzten und in Krankenhäusern anerkannt, auch wenn sich die Leistungen eventuell unterscheiden. Außerdem ist man relativ schnell zuhause, falls das notwendig sein würde.

Die richtigen Impfungen

Das ist natürlich anders, wenn man ins ferne Ausland reist. Nochmals anders ist es, wenn man in einem Flüchtlingslager arbeiten wird, in dem aufgrund der Situation sehr viele Viren und Bakterien unterwegs sein könnten. Der erste Weg führte darum zum Hausarzt, damit die Impfungen überprüft werden: Tetanus musste erneuert werden. Tollwut würde erst im Oktober fällig, so das Ergebnis des ersten Besuchs. Damals dachte ich noch, ich würde in irgendeiner Stadt arbeiten. Doch nachdem ich das genaue Ziel meiner Reise erfahren hatte, ging ich ein zweites Mal zu ihm – auch er hatte Sicherheitsbedenken und impfte Tollwut darum einige Monate früher. Man kann schließlich nie ganz genau sagen, wann eine Impfung nicht mehr schützt.

Zweite Frage in exotischen Ländern: Gibt es dort Malaria? Mein Arzt sagte, es gebe überall in Kenia Malaria und verschrieb mir eine große Packung. Meine Kollegin hatte die Info, im Norden Kenias, in der Wüste, gebe es kein Malaria. Also habe ich im Netz recherchiert: Stimmt, die Wüste im Norden ist eigentlich zu trocken für die Malariamücke. Im Flüchtlingscamp gibt es sie trotzdem – zwar selten, aber es sind Malariaerkrankungen bekannt. Die Mücke machte sich dort durch die Besiedlung der Menschen breit und nistet in den Lehmhütten, stand in einer wissenschaftlichen Schrift. Also habe ich eine Malariaprophylaxe gemacht.

Nächste Frage: Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus? Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sorgt der Auftraggeber für eine Absicherung – oder man selbst. Mein Vertrag kam erst kurz vor dem Abflug, also habe ich mich sicherheitshalber um eine eigene Versicherung gekümmert. Meine Reiseversicherung gilt weltweit und auch bei beruflichen Einsätzen, fand ich heraus, nachdem ich mich vom DJV-Versicherungsmakler Helge Kühl hatte beraten lassen. Die Haftpflicht gilt sowieso weltweit, genauso wie die Hausratversicherung in Hotels.

Was in den Koffer muss

  • Kleidung natürlich: Bei 35 Grad Celsius würden Jeans zu warm sein. Ich hatte Glück: In einem Laden in der Hohe Straße waren langärmlige, leichte und weite Hemden und dünne Hosen reduziert. Für 150 Euro kaufte ich vier Hosen und Blusen – und ich habe diesen Kauf keinen Tag bereut. Lange Ärmel sind in der Hitze tatsächlich sehr sinnvoll: Die Sonne knallt sonst auf die Haut – und die Stechmücken nehmen sich jeden Fetzen blanke Haut, den sie bekommen können.
  • Feste Schuhe. Es gibt giftige Spinnen, Schlangen und Skorpione.
  • Auf gut Glück hatte ich ein Handtuch eingepackt – brauchte ich auch. Die Unterkunft bot außer Klopapier und Bettwäsche nicht viel Service.
  • Dementsprechend waren auch Duschgel und Shampoo gut eingepackt, ebenso Sonnencrème und Moskitomilch. Autan hilft bei Stechmücken in fernen Ländern übrigens eher nicht.
  • Panzerband. Habe ich in Tansania zu schätzen gelernt. Damit kann man alle reparieren: Löcher im Moskitonetz, Sandalen, Rucksackgriffe. Dieses Mal war es hilfreich, um das Moskitonetz in Form zu bringen und nutzlose Vorhänge zur Seite zu binden.
  • Taschenmesser. Um einen Apfel zu schälen, wenn kein Trinkwasser verfügbar ist.
  • Taschentücher. Sehr hilfreich, wenn’s auf dem Schulplumpsklo kein Klopapier gibt.
  • Taschenlampe. Wenn der Lichtschalter am anderen Ende des Zimmers ist. Und man den Handyakku nicht unnötig für die Lampen-App belasten möchte.
  • Powerbank für mehrere Tage. Für den Fall, dass die Stromversorgung nicht so gut ist.
  • Moskitonetz und Baumwollschlafsack hatte ich dabei, brauchte ich nicht. Es war zu heiß für den Baumwollschlafsack. Und das Moskitonetz war zu dicht, um die verwirbelte Luft des Ventilators durchzulassen. Ich habe darum das löchrige und mit Panzerband geflickte Moskitonetz benutzt, das vorrätig war.
  • Desinfektionsmittel für die Hände. Es ist unglaublich, wie viele Hände man an einem Tag schütteln muss.
  • Laptop. Das alte tut’s auch. Ich war froh, das neue nicht dabei gehabt zu haben. In der Wüste ist es zu staubig für die empfindlichen Geräte. Eventuell sollte man auch ein älteres Handy einpacken. Mein neueres hat sehr unter der Hitze gelitten. Aber natürlich kommt es darauf an, was man mit dem Gerät machen möchte. Will man nur Mails abrufen oder telefonieren, ist ein altes völlig ausreichend. Will man mobile reporting machen, wird man damit jedoch nicht weit kommen.
  • Teebeutel oder löslichen Kaffee für den Fall, das man den landesüblichen Milchtee mit Zucker nicht mag.

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