Projekt 2013: Austauschdozentin in Memphis

Von 2002 bis 2015 hatte ich einen Lehrauftrag am Journalistischen Seminar der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Ich unterrichtete dort Onlinejournalismus. Die Mainzer haben eine Kooperation mit der University of Memphis. So können Studenten von beiden Universitäten im jeweils anderen Land ein Jahr studieren. Und einmal im Jahr findet außerdem ein Austausch für je einen Dozenten statt. So kam es, dass ich 2013 nach Memphis flog. Ich habe dort Vorträge zu den Themen Personal Branding und Mobile Reporting gehalten, einen Workshop Stop Motion Video gemacht und Einführungen in den Videoschnitt mit iMovie gegeben. Mein Vortrag über Mobile Reporting hatte auf der Plattform Slideshare über 3.000 Abrufe. Die für mich wichtigste Erkenntnis in

University of Memphis: Erster Tag als Austauschdozentin

Ankündigung Vortrag

Journalism Building, University of Memphis – geschafft, ich bin da, und es ist noch sehr ruhig. Darum drehe ich im dritten Stock eine Runde und schaue mir an, was an den Wänden hängt: Zeitungen, Namensschilder, Aufkleber an den Türen, die etwas über die Persönlichkeit derer aussagen mögen, die dort arbeiten. Ein DIN A 4 Blatt, weiß, in Farbe ist eine Deutschland-Flagge aufgedruckt. Ich schaue genauer hin und amüsiere mich, dort die Ankündigung für meinen Vortrag als Austauschdozentin über mobile reporting zu sehen.

Digitales Aufräumen

Wenn man als Digitaldozentin arbeitet, probiert man ja viele Dinge einfach mal aus. Ich bin zwar kein early adopter, sondern lasse erst einmal die anderen ihre Erfahrungen machen, bevor ich mich mich dazu entscheide, eine Plattform zu testen oder nicht. Aber trotzdem sammelt sich so über die Zeit eine ganze Menge an Profilen im Internet an. Natürlich kann man diese auch verwaisen lassen, also zur Karteileiche werden. Allerdings räumt man ja auch vielen dieser Profilen Rechte ein – beispielsweise das Recht, Einblick in Facebook zu bekommen oder Kontakte auszulesen oder was auch immer. Es ist jedem selbst überlassen, wie er mit diesen Profilen umgeht. Ich habe mich dazu entschlossen, digital

Die Alters-Krux bei Recherchestipendien

Bis 40

In Großbritannien recherchieren? In den USA, China oder Lateinamerika? Kein Problem, denn Recherchestipendien für Journalisten gibt es eine ganze Menge. Die Zeitschrift Journalist listet sie im Internet auf, aber auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung sind einige gelistet. Die Krux an den Programmen: Ich bin entweder zu alt dafür, oder wir passen inhaltlich nicht zusammen. „Stipendium für junge Journalisten bis 30, 35“, das ist die Regel. Vielleicht gibt es auch mal ein Stipendium bis 40, aber ganz selten für ältere Kollegen. Ist das eigentlich eine Form der Altersdiskriminierung? Und warum überhaupt spielt das Alter eines Journalisten bei der Stipendiumvergabe eine Rolle? Unterstellt man Journalisten jenseits der 35, dass sie

#darumfrei: Weil ich es mir wert bin

Ein Zaun: Es kommt immer auf den Blickwinkel an.

Neulich habe ich Studierende in Onlinejournalismus unterrichtet. Acht junge Menschen saßen an den Tischen, Männer und Frauen. Ich fragte sie, wer nach dem Abschluss im kommenden Jahr frei arbeiten möchte. Es hat sich keiner gemeldet. Um die Situation zu verschlimmern: Als es um die Vorbereitung eines Gesprächs mit einer Kollegin ging, stellte einer der Studenten fest, dass diese früher festangestellt gewesen war. Entsetzt brachte er die Frage auf, warum sie nach einer Festanstellung in die Selbstständigkeit gegangen ist. Ich kann ihre Entscheidung gut nachvollziehen – heute. Denn nach 13 Jahren Selbstständigkeit will ich nicht in eine Festanstellung zurück. Nachdem ich Timo Stoppacher diese Geschichte erzählt hatte, kam er auf die

Eine Moderation richtig vorbereiten und dann durchstarten

Körpersprache: Sagen Sie bloß nichts Falsches! Quelle: ING DiBa

Mir schlägt das Herz bis zum Hals – und erstmals spüre ich am eigenen Leib, dass das nicht nur eine Redensart ist. Ganz deutlich spüre ich den Herzschlag unter der dünnen Haut pochen, und ich frage mich, wie auch nur ein einziger Ton gleich aus meiner Kehle kommen soll. Am Liebsten würde ich mich unter einem Tisch verstecken, die Biologen sprechen hier wohl vom fight or flight Syndrom. Noch könnte ich abhauen, aber da wird schon die letzte Folie an die Wand geworfen, und ich weiß, ich muss gleich auf die Bühne um eine Podiumsdiskussion zum Thema Zukunft der Banken beim Frankfurter Medienmittwoch zu moderieren.

UofM: Über eine Rede von Michael Koretzky und die Kontaktpflege

Storify-Zusammenfassung

Er scheint der Robin Hood der Journalisten zu sein: Michael Koretzky. Der Kollege aus Florida erzählte gestern bei seinem Vortrag beim 31. Kongress der Informationsfreiheit an der University of Memphis, wie er als Redakteur dem Verleger die Texte der Freien vorenthielt, um diesen dazu zu bewegen, nach drei Monaten endlich einmal die Rechnungen zu bezahlen. Das kostete ihn seinen Job – nicht zum ersten Mal. Mehrmals wurde er entlassen, weil er zu kritisch war, sich für Kollegen einsetze. Seine Geschichten machten ihn bei den Studenten zum Rockstar.

UofM: Workshop Stop Motion Video

Memphis

Geschafft! 7 Leute, darunter 3 Professoren, waren heute Morgen beim Stop Motion Video Workshop an der University of Memphis – und herausgekommen sind 7 wunderbare kleine Filme. Ich finde es großartig, dass die Dozenten hier keine Berührungsängste haben: Sie kennen sich in einem Gebiet nicht aus, wollen das gerne lernen, und dann setzen sie sich eben mit den Studierenden zusammen in einen Workshop, um zu lernen. Undenkbar an vielen deutschen Universitäten.