App-Test: Multimedia-Mashups mit Trio

App-Test: Multimedia-Mashups mit Trio

Trio
Trio

Bei einem Mashup kombiniert man bereits bestehende Inhalte im Internet zu etwas Neuem. Die App Trio für Apple-Geräte ermöglicht Kombinationen aus Fotos, Videos und Gifs. Ich bin solchen Apps gegenüber grundsätzlich etwas skeptisch, denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dabei gegen das Urhebergesetz verstoßen wird. Trotzdem habe ich mir Trio näher angeschaut.

Bei der App kann man sich via Facebook oder E-Mail anmelden. Dann kann man auf Instagram, Vine oder Giphy zugreifen und seine Inhalte mit Musik, Text oder Voice-over verändern. Und schon sind wir beim Urheberrecht: Zwar kann ich auf meine eigenen Fotos zugreifen oder selbst ein Foto machen – ich kann aber auch jedes beliebige Bild aus Instagram wählen. So ist es auch, wenn ich Videos hinzufügen möchte: Der Nutzer hat die Auswahl unter mehreren Filmschnipseln – darunter aus „Grease“ oder „Pretty Woman“. Ob die Firmen, die die Filme produziert haben, dazu ihr Einverständnis gegeben haben, weiß man nicht. Bei den Gifs verhält es sich genau so: Es gibt eine breite Auswahl in den Rubriken „Action“, „Celebrities“ oder „Emotions“ – aber unter Umständen verletzte ich damit das Urheber- und/oder Persönlichkeitsrecht.

Trio
Trio

Für meinen Test nutze ich selbstverständlich nur eigene Inhalte. Da man keine eigenen Gifs hinzufügen kann, muss ich auf diesen Bestandteil verzichten. Aus Trio – Foto, Film, Gif – wird bei mir also Duo, eine Kombination aus Foto und Video. Hat man alle Inhalte zusammengesucht, kann man diese durch langes Drücken auf das entsprechende Symbol nach rechts oder links bewegen und somit die Reihenfolge ändern.

Trio
Trio

Jetzt lässt sich auch ein Text über die Bilder legen und ein Kommentar aufsprechen. Außerdem kann man hier einstellen, wie lange jedes Bild zu sehen sein soll. Im nächsten Schritt geht es um Musik: Auch hier ist die Auswahl an Stücken groß. Ob ihre Nutzung aber legal ist, oder gegen das Urheberrecht verstößt, bleibt offen. Ich verzichte darum auf Musik. Jetzt kann ich meinem Trio-Duo eine Beschreibung hinzufügen und das Ergebnis auf der Plattform des Anbieters veröffentlichen und auf meinem Handy speichern. Auch auf Facebook oder Twitter kann ich es veröffentlichen oder per Mail verschicken. Was dann bei mir ankommt, ist ein Video. Das kann ich aber natürlich auch mit vielen anderen Apps produzieren.

So sieht das per Twitter verschickte Trio aus:

Die Bilder entstanden übrigens bei einer Reise durch die Sächsische Schweiz.

*Update, 10. Juni 2016*
Trio hat mir heute eine Mail geschickt, dass der Dienst eingestellt wurde.

BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthmen und Buchautorin.

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