Coronakrise: Wenn Stundungen teuer werden

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Kurzarbeit beim Kölner Stadt-Anzeiger, bei RTL und vielen anderen Medienhäusern. Wegbrechende Aufträge für freie Journalistinnen und Journalisten – speziell in den Ressorts Kultur und Sport. Aber auch Selbstständige im PR-Bereich sind betroffen, wenn bei ihren Auftraggebern das entsprechende Budget gekürzt wurde. Christian Weihe, Justiziar beim DJV-NRW, bekommt momentan viele Anrufe mit Fragen, die vor wenigen Monaten noch kein Thema waren: „Kurzarbeit und Corona-Soforthilfen machen derzeit einen großen Teil unserer Arbeit aus“, sagt er.

Die Probleme sind seit dem ersten Schock eher größer geworden: Im dritten Monat der Coronakrise sind bei einigen Kolleginnen und Kollegen die Rücklagen aufgebraucht. Bei vielen Freien dürfte das finanzielle Problem überhaupt erst zeitverzögert einsetzen, denn sie warten oft lange auf ihre Honorare. Es kann also sein, dass in den ersten Monaten der Coronakrise noch Honorare aus Januar oder Februar auf dem Konto eingingen. Doch wer seit Anbruch der Krise weniger oder gar keine Aufträge akquirieren konnte, merkt jetzt oder in den kommenden Wochen, dass Geld fehlt.

Egal ob im Auftragsloch oder in Kurzarbeit: Die laufenden Kosten müssen natürlich weiterhin gestemmt werden – Miete oder Kreditraten, Strom, Wasser, Lebenshaltung allgemein. Für viele klingt es da attraktiv, dass noch bis 30. Juni die Miete und die Kosten für Telefon sowie Strom gestundet werden dürfen. Das kann aber in eine Schuldenspirale führen.

Am besten sofort handeln

Wer jetzt merkt, dass es schwierig werden könnte, im Juni oder später fällige Zahlungen und Rechnungen zu begleichen, sollte sofort handeln (siehe Kasten unten: „Stundungs- und Sparmöglichkeiten in der Coronakrise“). Natürlich sollte man unterscheiden, ob die persönliche finanzielle Zwangslage ein kurzfristiges Problem ist oder länger dauern könnte: „Wird das Geld nur für einige Monate eng, sollte man ein Gespräch mit dem Bankberater suchen. Eventuell kann der Dispo erhöht oder ein Überbrückungskredit angeboten werden. Das spart unnötig hohe Zinszahlungen“, sagt Josephine Holzhäuser, Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Dass sich das lohnen kann, zeigt das Beispiel der Targobank. Der Zinssatz für die eingeräumte Kontoüberziehung liegt bei 12,43 Prozent, bei der geduldeten jedoch schon bei 15,43 Prozent. Bei der Deutschen Bank liegen die Kosten bei 10,9 Prozent beim Dispo, bei der geduldeten Kontoüberziehung sind es 14,9 Prozent.

Ist offensichtlich, dass die Situation sich in den kommenden Monaten nicht bessern wird, sollte man schauen, ob man wirklich schon alle Ausgaben – von Anschaffungen über Abos und Beiträge bis hin zu den Lebenshaltungskosten – so weit reduziert hat, wie das möglich ist. „Außerdem sollte man prüfen, ob man die Sparraten zum Beispiel bei der Lebensversicherung oder für Versicherungsbeiträge aussetzen kann“, rät Josephine Holzhäuser.

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BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthemen und Buchautorin.

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