Dyson: Mit digitalen Motoren gegen Papierverschwendung

Wenn die Zahlen stimmen, ist das ein gutes Produkt

„Nachhaltigkeit“ ist das Wort der Stunde: Neulich erklärten mir Gin-Hersteller wie nachhaltig sie eigentlich arbeiten. Ein Kunde, für den Umweltschutz bisher ein Fremdwort war, hat einen Beitrag zum Thema CO2-Kompensierung in Auftrag gegeben, ein Tischler legt Wert darauf, dass seine Tiny Houses nachhaltig produziert werden – und bei der Vorstellung eines neuen Produktes von Dyson in Düsseldorf erfahre ich, dass ich bisher eigentlich ein Umweltschänder war. Denn ich bevorzuge es, auf öffentlichen Toiletten Papierhandtücher zu benutzen, gerne auch zwei. Der Grund dafür: Mit Handtrocknern werden meine Hände irgendwie nie trocken, egal, von welcher Marke sie sind. Und mit einem Papiertuch kann ich danach die Türklinke herunterdrücken, ohne in die fiesen Rückstände vieler anderer Menschen fassen zu müssen.

Nachhaltigkeit und Papierhandtücher

Bei der Dyson-Veranstaltung habe ich jetzt gelernt, dass es bei diesem Vorgang eben nicht nur um ein einzelnes Papierhandtuch geht, sondern um Berge von Papier. Dafür müssen natürlich Bäume gefällt werden. Und, so Dyson, das in der Toilette benutzt Papierhandtuch werde überwiegend nicht recycelt. Außerdem müsse man die Produktionskosten für die Papierhandtücher sowie die Transportkosten dafür bedenken. Langer Rede kurzer Sinn: Händetrockner sind, so hieß es zumindest, nachhaltiger.

Mit dem Dyson Händetrockner nachhaltiger werden?

Das ist ein Vorgänger-Modell von Dyson. Habt Ihr bestimmt schon gesehen.

Dyson hat drei Jahre an einem neuen Händetrockner, dem Airblade 9kJ, gearbeitet, 700 Prototypen habe man gebaut, heißt es in der Veranstaltung im Forty four in Düsseldorf. Das Ergebnis ist ein Handtrockner, der beispielsweise in der Gastronomie, in Bahnhöfen oder Flughäfen eingesetzt werden kann, ein typisches B2B-Produkt also. Und er soll die Hände in zehn Sekunden trocknen und dabei 85 Prozent weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Handtrockner. Möglich soll das durch digitale Motoren sein. Ich habe keine Ahnung, was digitale Motoren sind und wie sie funktionieren. Dementsprechend kann ich nicht beurteilen, ob stimmt, was ich in Düsseldorf höre. Aber wie sagte ein Gesprächspartner aus dem Umweltbundesamt in Zusammenhang mit der CO2-Kompensation neulich zu mir:

„Im Umweltbereich geht es immer um Vertrauen: Ist der Bio-Apfel ungespritzt? Wird der Kaffee wirklich fair hergestellt? Wurde unsere Kleidung wirklich nicht von Kindern hergestellt? So ist es letztlich auch bei der CO2-Kompensation.“

– und so ist es bei mir auch mit dem Airblade 9kJ. Er soll im Max-Modus 3 Gramm CO2 pro Trocknungsvorgang freisetzen, ein herkömmlicher Handtrockner 16 Gramm, beim Papierhandtuch sollen 17 Gramm freigesetzt werden. Im Eco-Modus sollen es beim Airblade 9kJ sogar nur 2,5 Gramm CO2 sein. Dafür dauert der Trocknungsvorgang dabei zwei Sekunden länger.

Was ich mitnehme aus der Veranstaltung? Ich werde in Toiletten keine Papierhandtücher mehr benutzen. Schließlich kann jeder von uns an seiner CO2-Bilanz arbeiten – auch im Kleinen. Hände kann man ja auch an der Jeans abwischen, und nach 20 Sekunden sind sie so oder so sowieso getrocknet. Davon abgesehen werde ich selbstverständlich den Airblade 9kJ ausprobieren, wenn ich ihn irgendwo sehe. Alleine um zu erfahren, ob die Hände wirklich nach spätestens 12 Sekunden trocken sind.

BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthmen und Buchautorin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: