Was ich vom ITB Besuch 2015 für dieses Jahr gelernt habe

Ich, zu Besuch in Singapur
Ich, zu Besuch in Singapur

Meine erste Reise zur Internationalen Tourismusbörse (ITB) nach Berlin! Ich war voll Vorfreude und ein bisschen aufgeregt. Wie würde man als Reiseblogger mit den Verantwortlichen an den Ständen ins Gespräch kommen? Ich beschloss einige Wochen vor der Veranstaltung, mich in die Datenbank der Messe einzutragen. Das war eine weise Entscheidung, denn kaum war ich dort auffindbar, bekam ich viele Nachrichten von Pressevertretern und Blogger-Betreuern, die mich auf der Messe kennenlernen wollten. Da ich nur eineinhalb Tage vor Ort war, musste ich gut planen, wann ich wen treffen würde.

Wichtig ist bei der Terminvereinbarung, dass man genügend Zeit einplant, um von einem Termin zum nächsten zu kommen. Die ITB ist groß, zwischen den Hallen muss man einige Meter zurücklegen. Oft sind die Hallen ziemlich voll und man kommt nicht besonders schnell voran. Ich habe darum zwischen den Terminen immer 20 Minuten eingeplant. Einmal hatte ich weniger Zeit, da traf ich einen Plattformvertreter am Großen Stern. Das ist ein großer Raum, von dem mehrere Wege in verschiedene Hallen abgehen. Achtung: Es gibt zwei Übergänge zu den Hallen. Man sollte also bei der Absprache festlegen, an welchem Ausgang man sich treffen möchte. Sinnvoll ist auch, die Handynummer des Gesprächspartners abzuspeichern, dann kann man sich im Notfall schnell noch erreichen.

Trotz guter Vorbereitung klappten einige Termine nicht: der Repräsentant von Italien war nicht da, als ich pünktlich am Stand war. Er komme sehr viel später, sagte man mir. Eine Entschuldigung für sein Verhalten gab es leider nie. Den Repräsentanten von Griechenland kannte am Stand niemand. Man bat mich, zu warten, ich stand etwa zehn Minuten unbeachtet in einer Ecke, bis sich mir jemand erbarmte. Wir tauschten Visitenkarten, machten aus, dass ich mein Mediakit und Rechercheideen schicken würde. Das tat ich – aber ich bekam nie eine Antwort. Einen Repräsentanten einer Ferienhaus-Plattform traf ich, wir tauschten uns aus, ich erklärte ihm, was ich gerne machen würde. Er war begeistert, versprach, mir einen Gesprächspartner zu besorgen – und das war’s dann auch. Ich habe das Unternehmen trotzdem in einem Artikel zum Thema für einen Kunden erwähnt. Malaysia wollte mich ganz dringend noch treffen, doch als ich am Stand war, war der Verantwortliche nicht da, eine weitere Kommunikation per Mail verlief eher kurz, bündig und etwas unhöflich. Auch mit einer Bloggerin aus Österreich hatte ich verabredet, dass wir uns per SMS treffen. Auf meine Kurzmitteilung bekam ich nie eine Antwort.

Diese Beispiele zeigen, dass gute Planung nicht unbedingt zu einem erfolgreichen Messebesuch führt. Allerdings gibt es auch andere Beispiele: Mit einer Vertreterin von Fährfahrten beispielsweise hatte ich über Monate Kontakt, bis schließlich eine Bloggerreise daraus wurde.

Spontaneität kann ans Ziel führen

Besonders gefreut habe ich mich aber über einen sehr spontanen Kontakt mit einer Vertreterin der Stadt Bremen. Sie sagte, ich müsse unbedingt in der Botanika vorbeikommen, wenn ich in der Hansestadt sei. Das habe ich getan – und daraus wurde ein netter Blogbeitrag.

Ich hatte mir außerdem einige Workshops herausgesucht. Allerdings stellte ich schnell fest, dass mich das langweilte. Auf einer Messe, auf der man die ganze Welt in wenigen Tagen besuchen kann, Menschen aus vielen Ländern und Regionen trifft, finde ich den Besuch von Workshops eher überflüssig und langweilig. Besonders, da mir viele der Inhalte sowieso vertraut sind. 2016 ist Digitalisierung allerdings ein Themenschwerpunkt. Und da freue ich mich schon auf einige Veranstaltungen.

Bloß nicht vergessen

Obwohl ich Visitenkarten für ziemlich überholt und altmodisch halte: Auf der ITB sollte man sie dabeihaben. Ich verstehe zwar nicht, warum die Repräsentanten der Länder so großen Wert auf diese unnötigen Papierkarten legen. Schließlich haben Sie doch sowieso Zugriff auf die Kontaktdaten im Netz. Aber wenn sie Visitenkarten wollen – dann bekommen sie sie. Darum habe ich mir für 2016 sogar ganz spezielle Blogger-Visitenkarten drucken lassen. Ganz wichtig ist natürlich außerdem, sich früh ein Zimmer zu suchen. Denn zu ITB-Zeiten ist Berlin voll und teuer.

In diesem Jahr findet die ITB übrigens vom 9. bis 13. März statt. Ich werde vom 9. bis 11. März da sein. Und falls mich jemand treffen möchte, freue ich mich über einen Terminvorschlag.

BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthmen und Buchautorin.

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