Seminar für JournalistInnen in Krisenregionen

Gewehre gehören in manchen Ländern zum Alltag

Ich bin ein überwiegend fröhlicher und höflicher Mensch. Besonders in der Arbeitswelt: Grüßt mich jemand, wenn ich geschäftlich unterwegs bin, grüße ich zurück. Auch wenn ich die Person nicht kenne. Und ich lächle. Viel und oft. Dass das nicht in allen Kulturen richtig ist, habe ich in Kenia erfahren: An einem Sicherheitsposten wunderte ich mich, warum die anderen Frauen mit versteinerten Gesichtern geradeaus schauten. Ich lächelte den Sicherheitsbeamten an und grüßte. Darauf flüsterte er mir eine etwas zweideutige Bemerkung zu, und ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Zum Glück fuhren wir in diesem Moment weiter.

Workshop in Kenia: Raus aus der Komfort-Zone

Fahrt zur Arbeit

Es ist heiß, 34 Grad Celsius am Tag, 32 Grad nachts im Zimmer. Schatten gibt es kaum. Im nordwestlichen Turkana County in Kenia ist es trocken, immer wieder sieht man spontane Sandwalzen übers Land rollen oder als Hosen gen Himmel steigen. Vorbeifahrende Autos ziehen Staub hinter sich her, der sich schnell in Mund und Nase verteilt. Hinzu kommt der beißende Geruch von ewig Schwelendem, der sowohl die Lunge als auch die Augen schmerzhaft reizt. In dieser unwirtlichen Gegend und außerhalb meiner Komfort-Zone habe ich eine Woche lang einen Workshop zu mobile video gegeben. Das klingt wie ein Widerspruch in sich, denn im Turkana County sind laut Angaben von Wikipedia nur