Super Idee: die Gutmenschen-App

Lebensmittel schlecht werden lassen? Eher nicht!

Kaum ein Wort hat in den vergangenen Jahren so gelitten wie Gutmensch. Schade, finde ich, denn ich bin viel lieber ein guter Mensch als ein Arschloch. Sicherlich bin auch ich weit davon entfernt, perfekt zu sein. Aber ich gebe mir Mühe: In Vietnam und Ekuador habe ich je einem Mädchen eine Ausbildung ermöglicht. Derzeit finanzieren wir einem jungen Mann in Tansania die Schule und im Anschluss sein Studium. Ich war ehrenamtlich während der Gay Games als Reporterin im Einsatz, war Beirätin in der Eigentümergemeinschaft, bin derzeit im Vorstand der Kölner Journalisten-Vereinigung und bei der Bundestagswahl in einigen Wochen freiwillig Wahlhelferin. Blutspenden war ich neulich auch das erste Mal, und auch

Stella hat dank Brand Eins eine Nähmaschine

Stella und ihre Nähmaschine

Es ist fast vier Jahre her, dass ich als ehrenamtliche Reporterin bei Village Africa in Yamba, Tansania gearbeitet habe. Dort habe ich Stella getroffen, ein Hausmädchen. Ich habe sie interviewt für die Mikroökonomie in Brand Eins. Sie sagte, ihr größter Wunsch sei eine eigene Nähmaschine, um das Geld für den Schneider zu sparen. Nach dem Druck des Artikels meldete sich eine Leserin, die ihre Nähmaschine Stella schenken wollte. Der Transport nach Tansania wäre aufwändig gewesen, eventuell wäre eine Zollgebühr angefallen. Brand Eins hat daraufhin kurzerhand die Nähmaschine versteigert und das Geld Village Africa überwiesen. Die NGO hat es dem Hausmädchen ausbezahlt – und jetzt hat Stella eine Nähmaschine!

Ein Model Release mit Daumenabdruck

Model Release mit Unterschrift

Wer andere Menschen fotografiert, darf deren Bilder nicht einfach ins Internet laden oder auf Produkte drucken, die anschließend verkauft werden. Darum ist es völlig richtig, dass Calvendo meinen Kalender mit Bildern aus den Usamabarbergen nicht ohne Rückfrage veröffentlicht hat. Ich habe sie gemacht, als ich dort 2012 als ehrenamtliche Reporterin gearbeitet habe. Im Kalender sind nämlich drei Bilder, auf denen Menschen erkennbar abgebildet sind: eine Frau nach dem Gottesdienst bei einer Diskussion mit Nachbarn, ein junges Mädchen im Abendlicht und ein Kind, das seine Zunge herausstreckt. Model Release aus Tansania – nicht ganz so einfach Calvendo fragte mich nach einem Model Release. Das ist eine schriftliche Bestätigung, dass ich die

Ehrenamt: Roland Auer in Tansania

Roland Auer mit den Kindern in Yamba

Heute ist in der Rheinischen Post in Mönchengladbach der Artikel über Roland Auer erschienen. Roland ist neben mir der andere deutsche Ehrenamtliche, der für Village Africa aktiv ist. Er unterrichtet in Milingano Englisch. Ich erinnere mich an unser Gespräch mit dem iPod und dem Stereomikrofon vor uns, auf den Stufen sitzend am Mzizima, dem Aufenthaltsraum für die Ehrenamtlichen in Yamba. Das war in unserer ersten Woche, mein erstes Interview für Village Africa, und es ist schon wieder unfassbar lang her. Roland bat mich, heimlich Bilder von ihm zu machen, damit sie möglichst nicht gestellt wirken.

Tansania: Letzter Arbeitstag in Yamba

Abschiedsfeier in Yamba

Heute ist mein letzter Arbeitstag als ehrenamtliche Reporterin in Yamba. Ich kann kaum glauben, wie schnell diese vier Wochen in den Usambarabergen vergangen sind. Auch wenn es Tage und Nächte gab, die mir endlos erschienen – weil es beispielsweise besonders kalt oder stürmisch oder neblig war, weil die Metallschüsseln voll Erde, die wir auf der Baustelle abgetragen haben, kein Ende nehmen wollten, oder einfach, weil es zur Abwechslung statt Linsen Bohnen zu essen gab.

Tansania: Gebrauchtkleider in Yamba

Ein Koffer voller Kinderkleider

Kleiderspenden sind bei Village Africa nicht nur willkommen, sie werden auch ernst genommen. Maiko aus dem Management-Team erfasst zunächst jede Jacke, jeden Pulli, jeden Strampelanzug einzeln. Dann erstellt er eine Liste der Familien, die dringend etwas aus der Kleiderspende brauchen und lädt sie ein, an einem bestimmten Tag zu einer festgelegten Zeit zu einem bestimmten Ort zu kommen.

Tansania: ein Schulbesuch in den Usambarabergen

Schule in Yamba

In Yamba gibt es einen Kindergarten und die Klassen 1 bis 7. Jede Klasse hat ein eigenes Zimmer, nur der Kindergarten und die beiden ersten Klassen teilen sich einen der dunklen Räume mit den Holzbänken und der großen schwarzen Tafel zeitversetzt. Die Schüler tragen alle blaue Hosen oder einen blauen Rock, ein ehemals weißes Hemd oder eine weiße Bluse, und fast alle einen dunkelblauen Strickpullover. Die Pullover haben ehemalige Ehrenamtliche zusammen mit der Dorfbevölkerung gestrickt, weil es in Yamba oft unter 20 Grad hat. Jeden Morgen wird die Schuluniform genau unter die Lupe genommen, und die Kinder sind aufgefordert, Löcher oder Risse zu Hause zu stopfen.

Freiwilligenarbeit: Hausbau in Yamba

Hausbau in Yamba

Derzeit gibt es zwei große Baustellen in Yamba, und beide liegen nebeneinander. Rechts ist die Baugrube für das Haus des bei Village Africa arbeitenden Fahrers John schon weit ausgehoben, links das Eigenheim für den tansanischen Vorstand der Organisation fast fertig. Heute haben die Bauarbeiter mit den Ehrenamtlichen an der Küche weitergearbeitet. Die Häuser in Yamba bestehen aus drei einzelnen Gebäuden: einer Toilette mit Dusche, einer Küche und einem Wohn- und Schlafbereich. Um die Küche fertig zu bauen, musste ein Mauerabschluss aus Zement auf die Ziegelsteine gesetzt werden. Darauf kommen demnächst die Dachbalken.

Tansania: Die vielen Seiten der Entwicklungshilfe

Mein Arbeitsplatz in Yamba

Ganz böse Zungen sagen, dass Entwicklungshelfer mehr Schaden als Nutzen anrichten. Denn wenn sie wirklich helfen würden, würden sie ihre eigenen Arbeitsplätze langfristig überflüssig machen. Nicht ganz so harsch fällt das Urteil des Süd-Sudanesen Nhial Bol aus:“Viele Entwicklungshelfer meinen, sie wüssten genau, was die armen Länder brauchen. Dabei starten sie oft Projekte, die nicht funktionieren können, weil die Mentalität und Kultur der Betroffenen außer Acht gelassen wird. Helfer sollten fragen, wie Entwicklungshilfe in Afrika helfen kann. Was nutzt es denn armen Kindern in den Usambarabergen in Tansania, wenn sie Englisch lernen? Was bringt es ihnen, wenn ein Lehrer nach drei Monaten wieder verschwindet?“