Tansania: Gebrauchtkleider in Yamba

Ein Koffer voller Kinderkleider
Ein Koffer voller Kinderkleider

Kleiderspenden sind bei Village Africa nicht nur willkommen, sie werden auch ernst genommen. Maiko aus dem Management-Team erfasst zunächst jede Jacke, jeden Pulli, jeden Strampelanzug einzeln. Dann erstellt er eine Liste der Familien, die dringend etwas aus der Kleiderspende brauchen und lädt sie ein, an einem bestimmten Tag zu einer festgelegten Zeit zu einem bestimmten Ort zu kommen.

Jedes Kleidungsstück wird einzeln in Zeitungspapier verpackt, im Regelfall von den Ehrenamtlichen. Das erhöht zum einen den Wert, weil Shirts, Hosen und Schuhe so zu persönlichen Geschenken werden. Zum anderen soll so vermieden werden, dass sich alle auf besonders beliebte Kleidungsstücke stürzen. Wer bei dieser Lotterie beispielsweise eine Babymütze bekommt, aber grade kein Baby hat, tauscht mit jemandem aus der Nachbarschaft.

Meine Kollegen und Freunde Thorsten O. und Heike H. hatten mir zu meinem Einsatz als ehrenamtliche Reporterin Kinderkleidung für Neugeborene und Kleinkinder mitgegeben. Maiko hat 25 Familien ausgewählt, die eine nach der anderen aufgerufen wurden, um ein Päckchen aus dem Korb oder dem Koffer zu nehmen. 50 weitere Päckchen aus Deutschland wurden am nächsten Tag mit etwa 100 T-shirts der Firma Cisco sowie einigen zurückgelassenen Kleidungsstücken von Ehrenamtlichen nach der Kirche verteilt.

Warum man nicht einfach Pakete schicken kann

Nun wäre es ja einfach, alle sechs Monate Gebrauchtkleider aus dem Freundeskreis an Village Africa zu schicken. Allerdings sprechen drei Gründe dagegen:

  • Ein Päckchen bis zu 2 Kilo kostet von Deutschland nach Tansania 15 Euro. Größere und schwerere Pakete sind viel teurer.
  • Päckchen, die größer als ein Schuhkarton sind, kosten Village Africa viel Geld. Denn die Organisation kann Post nur alle zwei Wochen in Tanga abholen. Wird dort etwas für die Organisation aufbewahrt, und ist größer als ein Schuhkarton, muss sie dafür Lagergebühr zahlen.
  • Ich habe ein kleines Päckchen für 15 Euro geschickt, weil fünf Kinderjacken absolut nicht mehr in meinen Koffer und den großen Rucksack passten. Leider ist das Päckchen auch nach fünf Wochen noch nicht angekommen. Das kann natürlich mit jedem anderen Päckchen auch passieren.

BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthmen und Buchautorin.

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