Worauf man achten sollte, wenn man einen Dorfladen gründet

Screenshot IHK Kassel-Marburg: Dorfläden in Nordhessen

Auf dem Land gibt es immer mehr kleine Orte, in denen man nur noch schlafen kann. Bäcker, Metzger, Post, Bank, Supermarkt? Fehlanzeige. Für die Bewohner sind solche Dörfer nicht sehr attraktiv, und so ist es kein Wunder, dass speziell die Jüngeren wegziehen. Doch dadurch beginnt eine Spirale aus Wegzug und immer weniger Infrastruktur – bis am Ende nichts mehr bleibt. Als Gegenbewegung werden immer mehr Dorfläden gegründet. Ich habe mich mit Oliver Stöhr von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg darüber unterhalten, was man bei einer Gründung beachten muss.

Demographischer Wandel trifft Linz am Rhein

Leere Geschäftsräume

Wer sonntags mit dem Schiff von Köln nach Linz am Rhein fährt, möchte sich kaum Gedanken darüber machen, wie das hübsche Örtchen sein mag, wenn keine Touristen da sind. Denn spielt das Wetter mit, walzen sie sich durch die engen Gassen der Altstadt, sitzen in Cafés und Restaurants, die Welt scheint schön. Wer jedoch mit offenen Augen durch die Fußgängerzone geht, sieht Leerstand – überall: Das Fachwerkhaus, das auf einen Käufer wartet. Erst beim zweiten Hinsehen fällt auf, wie viele Fensterscheiben schon Sprünge haben oder ganz fehlen. Der Pralinenladen, in dem eine Sektflasche die Geschichte einer Feier zur Schließung des Geschäfts erzählt. Die Geschäftsräume hinter der gebogenen Glasscheibe mit dem

Uckermark: Der Käse kommt mit dem Kombibus

Screenshot Uckermärkische Verkehrsgesellschaft

Lohnt sich in einer wenig besiedelten Region wie der Uckermark eigentlich der öffentliche Personennahverkehr? Nein. Zumindest dann nicht, wenn man nur auf Fahrgäste vertraut. Darum befördern in der Uckermark Busse nicht nur Menschen, sondern auch Gepäck, Briefe – oder Käse. Ich habe mich mit Marita Förster von der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft über den Kombibus unterhalten.

Die Caritas und der demografische Wandel

Screenshot Caritas

Aufrütteln will man bei der Caritas: Mitarbeiter, Dienste und Einrichtungen darauf aufmerksam machen, dass es den demografischen Wandel gibt, und dass er alle betrifft. Darum hat man in der Zentrale des Deutschen Caritasverbandes in Freiburg ein Projekt ins Leben gerufen: „Den demografischen Wandel gestalten“. Ich habe mich mit der Projektleiterin Gabriele Göhring unterhalten. Ihr Projekt „Den demografischen Wandel gestalten“ wurde mit dem Demografie Exzellenz Award ausgezeichnet. Um was geht es in Ihrem Projekt? Wir wollen alle Aspekte des demografischen Wandels näher betrachten, auf Probleme aufmerksam machen und nach Lösungen suchen. Unser Projekt läuft drei Jahre, also von 2015 bis 2017. In jedem Jahr fokussieren wir uns auf ein Thema. 2015

Klaus-Dieter Zentgraf dokumentiert verfallende Bahnhöfe in Brandenburg

Screenshot Zentgraf

Es ist einige Jahre her, dass Klaus-Dieter Zentgraf von Wilhelmshorst nach Bad Belzig mit der Bahn fuhr. Damals fiel ihm auf, dass an der Strecke sechs Bahnhöfe hintereinander geschlossen waren, die Gebäude zerfielen und waren mit Graffiti besprüht. „Warum?“, fragte sich Zentgraf und ging der Sache mit seiner Kamera auf die Spur: Er reiste quer durch Brandenburg und fand heraus, dass von ehemals rund 12.500 Serviceangeboten nur noch rund 600 übrig sind. Als Serviceangebot definiert er Koffertransport, Fahrkartenschalter oder beispielsweise Bahnhofsgaststätten. Von den verbliebenen 600 Serviceangeboten sind 320 reine Haltestellen für die Züge. „Menschen arbeiten dort also nicht mehr“, sagt er. Und genau das ist schade. Denn, so Klaus-Dieter Zentgraf,

Hiddenhausen: „Es war Zeit, zu handeln“ – Junge Familien gewinnen durch Altbauförderprogramm

Screenshot Hiddenhausen

Es war 2004, als Hiddenhausen in Ostwestfalen-Lippe eine erschreckende Bevölkerungsprognose bekam: Die Zahl der 50- bis 70-Jährigen sollte in den kommenden Jahren steigen, die der jüngeren Bewohner stagnieren oder schrumpfen. Die Folgen für eine Gemeinde mit rund 20.000 Einwohnern: Das Leben vor Ort stirbt langsam aber sicher. Dann wird der ÖPNV ausgedünnt, öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder oder Bibliotheken schließen. „Es war also Zeit zu handeln“, erzählt Andreas Homburg, Amtsleiter Gemeindeentwicklung und Wirtschaftsförderer der Gemeinde Hiddenhausen. Darum machte man eine Erhebung: Wie viele Alte und Rentner gibt es? Wie viele Kinder und Frauen im gebärfähigen Alter? Wie viele Immobilien würden künftig leer stehen? Wohnen, leben, arbeiten – alles wichtig! Für die

Niedersachsen: Gemeinde Wulften fördert Altbaukauf

Bevölkerungsentwicklung in Wulfen

Es ist bisher eine kleine Erfolgsgeschichte: Sechs Förderanträge hat die Gemeinde Wulften in Niedersachsen seit Start Ihres Programms „Jung kauft Alt“ im Frühjahr 2015 vorliegen. Ziel des Programms ist es, junge Familien dabei zu unterstützen, leerstehende Altbauten in Wulften zu kaufen. Das macht man in dem Ort mit unter 2.000 Einwohnern ganz bewusst. Nur so kann man die bisher sehr gute Infrastruktur des Ortes erhalten. Noch gibt es dort Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten, Banken und einen Bahnhof. Und das soll auch so bleiben. Wegzug in Wulften stoppen Dazu muss man allerdings den Wegzug stoppen: Die Bevölkerungszahl sinkt seit Beginn des Jahrtausends kontinuierlich, der Leerstand steigt. Darum gibt es das Programm „Jung

Warum die Unterbringung von Flüchtlingen kein Problem sein sollte und wie vor allem der ländliche Raum davon profitieren kann

Zu vermieten

Die Bevölkerungsprognose der Bertelsmann-Stiftung verliert durch den konstanten Zuzug von Flüchtlingen an Bedeutung. Das Statistische Bundesamt meldete im September, dass die Bevölkerungszahl in Deutschland durch die Flüchtlinge wächst: Im Jahr 2014 nahm nach vorläufigen Ergebnissen die Bevölkerungszahl Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr um 430.000 Personen (+ 0,5 %) zu. Sie lag am Jahresende bei 81,2 Millionen Einwohnern. Dies ist der höchste Bevölkerungszuwachs seit 1992, der damals mit + 700.000 Personen deutlich höher gewesen war. 2013 hatte es einen Anstieg von 244.000 Personen (+ 0,3 %) gegeben. (…) In fast allen Bundesländern mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt, Thüringen und dem Saarland nahm die Bevölkerungszahl zu. Die größten Bevölkerungszuwächse gab es in den