Remscheid-Lennep: Leerstand im Ortskern

Remscheid-Lennep

Immer häufiger passiert es mir, dass ich durch einen Ortskern gehe, in dem sich der Leerstand nur noch schlecht kaschieren lässt. Das ist in Einbeck in Niedersachsen so oder in Linz am Rhein in Rheinland-Pfalz. Neulich war ich in Remscheid-Lennep, und auch da offenbarte sich der Leerstand, ein Indiz für den demographischen Wandel. Hübscher Ortskern in Remscheid-Lennep Tatsächlich war ich zunächst ziemlich angetan vom gepflegten Ortskern mit Kopfsteinpflaster und den grauen Schindelhäusern. Hübsch, sauber, vorzeigbar. Und dann auch noch das Deutsche Röntgenmuseum! Eigentlich doch ein Besuchermagnet. Doch als ich durch die Straßen ging und in die Fenster schaute, sah ich ihn, den Leerstand, kaschiert mit Vorhängen, Papier oder einer Eisenbahn

Die Caritas und der demografische Wandel

Screenshot Caritas

Aufrütteln will man bei der Caritas: Mitarbeiter, Dienste und Einrichtungen darauf aufmerksam machen, dass es den demografischen Wandel gibt, und dass er alle betrifft. Darum hat man in der Zentrale des Deutschen Caritasverbandes in Freiburg ein Projekt ins Leben gerufen: „Den demografischen Wandel gestalten“. Ich habe mich mit der Projektleiterin Gabriele Göhring unterhalten. Ihr Projekt „Den demografischen Wandel gestalten“ wurde mit dem Demografie Exzellenz Award ausgezeichnet. Um was geht es in Ihrem Projekt? Wir wollen alle Aspekte des demografischen Wandels näher betrachten, auf Probleme aufmerksam machen und nach Lösungen suchen. Unser Projekt läuft drei Jahre, also von 2015 bis 2017. In jedem Jahr fokussieren wir uns auf ein Thema. 2015

Klaus-Dieter Zentgraf dokumentiert verfallende Bahnhöfe in Brandenburg

Screenshot Zentgraf

Es ist einige Jahre her, dass Klaus-Dieter Zentgraf von Wilhelmshorst nach Bad Belzig mit der Bahn fuhr. Damals fiel ihm auf, dass an der Strecke sechs Bahnhöfe hintereinander geschlossen waren, die Gebäude zerfielen und waren mit Graffiti besprüht. „Warum?“, fragte sich Zentgraf und ging der Sache mit seiner Kamera auf die Spur: Er reiste quer durch Brandenburg und fand heraus, dass von ehemals rund 12.500 Serviceangeboten nur noch rund 600 übrig sind. Als Serviceangebot definiert er Koffertransport, Fahrkartenschalter oder beispielsweise Bahnhofsgaststätten. Von den verbliebenen 600 Serviceangeboten sind 320 reine Haltestellen für die Züge. „Menschen arbeiten dort also nicht mehr“, sagt er. Und genau das ist schade. Denn, so Klaus-Dieter Zentgraf,

Hiddenhausen: „Es war Zeit, zu handeln“ – Junge Familien gewinnen durch Altbauförderprogramm

Screenshot Hiddenhausen

Es war 2004, als Hiddenhausen in Ostwestfalen-Lippe eine erschreckende Bevölkerungsprognose bekam: Die Zahl der 50- bis 70-Jährigen sollte in den kommenden Jahren steigen, die der jüngeren Bewohner stagnieren oder schrumpfen. Die Folgen für eine Gemeinde mit rund 20.000 Einwohnern: Das Leben vor Ort stirbt langsam aber sicher. Dann wird der ÖPNV ausgedünnt, öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder oder Bibliotheken schließen. „Es war also Zeit zu handeln“, erzählt Andreas Homburg, Amtsleiter Gemeindeentwicklung und Wirtschaftsförderer der Gemeinde Hiddenhausen. Darum machte man eine Erhebung: Wie viele Alte und Rentner gibt es? Wie viele Kinder und Frauen im gebärfähigen Alter? Wie viele Immobilien würden künftig leer stehen? Wohnen, leben, arbeiten – alles wichtig! Für die

Niedersachsen: Gemeinde Wulften fördert Altbaukauf

Bevölkerungsentwicklung in Wulfen

Es ist bisher eine kleine Erfolgsgeschichte: Sechs Förderanträge hat die Gemeinde Wulften in Niedersachsen seit Start Ihres Programms „Jung kauft Alt“ im Frühjahr 2015 vorliegen. Ziel des Programms ist es, junge Familien dabei zu unterstützen, leerstehende Altbauten in Wulften zu kaufen. Das macht man in dem Ort mit unter 2.000 Einwohnern ganz bewusst. Nur so kann man die bisher sehr gute Infrastruktur des Ortes erhalten. Noch gibt es dort Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten, Banken und einen Bahnhof. Und das soll auch so bleiben. Wegzug in Wulften stoppen Dazu muss man allerdings den Wegzug stoppen: Die Bevölkerungszahl sinkt seit Beginn des Jahrtausends kontinuierlich, der Leerstand steigt. Darum gibt es das Programm „Jung

Warum die Unterbringung von Flüchtlingen kein Problem sein sollte und wie vor allem der ländliche Raum davon profitieren kann

Zu vermieten

Die Bevölkerungsprognose der Bertelsmann-Stiftung verliert durch den konstanten Zuzug von Flüchtlingen an Bedeutung. Das Statistische Bundesamt meldete im September, dass die Bevölkerungszahl in Deutschland durch die Flüchtlinge wächst: Im Jahr 2014 nahm nach vorläufigen Ergebnissen die Bevölkerungszahl Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr um 430.000 Personen (+ 0,5 %) zu. Sie lag am Jahresende bei 81,2 Millionen Einwohnern. Dies ist der höchste Bevölkerungszuwachs seit 1992, der damals mit + 700.000 Personen deutlich höher gewesen war. 2013 hatte es einen Anstieg von 244.000 Personen (+ 0,3 %) gegeben. (…) In fast allen Bundesländern mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt, Thüringen und dem Saarland nahm die Bevölkerungszahl zu. Die größten Bevölkerungszuwächse gab es in den

Wie Megatrends die Bankenlandschaft beeinflussen

Megatrends haben Auswirkungen - überall

Demographischer Wandel, Silver Society, Urbanität und Konnektivität – das sind nur einige der so genannten Megatrends. Ein Megatrend beeinflusse jeden Einzelnen, die gesamte Gesellschaft, und das über Jahrzehnte, heißt es beim Zukunftsinstitut. Dort erforscht man europäische Trends und die damit verbundene Zukunft. Megatrends haben natürlich auch Einfluss auf die deutsche Bandenlandschaft. Zu den Megetrends gehört der demographische Wandel Bis 2030 wird es mehr als eine halbe Million weniger Einwohner in Deutschland geben – trotz Zuwanderung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung. Die Deutschen werden also weniger. Nicht nur das: Sie werden auch älter. In den kommenden 15 Jahren soll die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre

Gräflicher Landsitz Hardenberg: „Wir versuchen alle, den Prognosen entgegenzuwirken“

Hotelbaustelle

Die Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung für Niedersachsen ist nicht gerade rosig. Trotzdem oder gerade deshalb gibt es in dem Bundesland einige nennenswerte Initiativen gegen den Bevölkerungsschwund: In Ottenstein beispielsweise verschenkt man Grundstücke, und in Einbeck kaschiert eine Bürgerinitiative den Leerstand in der Innenstadt. In beiden Fällen ist jedoch auch die Politik gefordert, die Bürger bei ihrem Engagement zu unterstützen. Neben den Bürgern machen sich auch Unternehmen für ihre Region stark: Während eines Bloggerwochenendes im Burghotel Hardenberg unterhielt ich mich mit Maja Gräfin von Hardenberg und Ina ten Doornkaat, die den Gräflichen Landsitz Hardenberg leitet, über den demographischen Wandel in Niedersachsen – und darüber, was das Unternehmen dagegen tut. Gemeinsam gegen

Leidersbach: Mit Geldgeschenken gegen den demographischen Wandel

Homepage Leidersbach

Leidersbach liegt in Unterfranken, nur wenige Kilometer von Aschaffenburg entfernt. In dem Ort wohnen rund 4750 Menschen. Das sind zu wenige, als dass wegweiser-kommune.de von der Bertelsmann-Stiftung eine Bevölkerungsprognose für die kommenden Jahre aufzeigen würde. Fakt ist jedoch, dass es in dem Ort Leerstand gibt. Baulücken und leerstehende Häuser hat man erfasst, um aktiv gegen den demographischen Wandel vorzugehen: Familien, die dort einziehen, bekommen 4.000 Euro geschenkt, pro Kind gibt es 2.000 Euro mehr. Der Maximalbetrag liegt bei 10.000 Euro pro Familie. Mich hat interessiert, wie viele Familien das Angebot bisher angenommen haben. Darum habe ich Kristin Wolf von der Gemeinde Leidersbach einige Fragen gestellt: Wie viele Familien haben Sie bisher