Coronakrise: Wenn Stundungen teuer werden

Kurzarbeit beim Kölner Stadt-Anzeiger, bei RTL und vielen anderen Medienhäusern. Wegbrechende Aufträge für freie Journalistinnen und Journalisten – speziell in den Ressorts Kultur und Sport. Aber auch Selbstständige im PR-Bereich sind betroffen, wenn bei ihren Auftraggebern das entsprechende Budget gekürzt wurde. Christian Weihe, Justiziar beim DJV-NRW, bekommt momentan viele Anrufe mit Fragen, die vor wenigen Monaten noch kein Thema waren: „Kurzarbeit und Corona-Soforthilfen machen derzeit einen großen Teil unserer Arbeit aus“, sagt er. Die Probleme sind seit dem ersten Schock eher größer geworden: Im dritten Monat der Coronakrise sind bei einigen Kolleginnen und Kollegen die Rücklagen aufgebraucht. Bei vielen Freien dürfte das finanzielle Problem überhaupt erst zeitverzögert einsetzen, denn sie warten oft lange

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Gelesen: Die große Zerstörung

Wer bei diesem Titel an Corona denkt, liegt falsch. „Die große Zerstörung. Was der digitale Bruch mit unserem Leben macht“ (Werbe-Link zu Amazon) ist ein Buch rund um die Digitalisierung, das aus meiner Sicht das Pech hat, zum falschen Zeitpunkt zu erscheinen. Der Dudenverlag hat es mir kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt.  Der Autor, Andreas Barthelmess, ist Start-up-Unternehmer. Und er schreibt Texte für die NZZ, den Spiegel oder die Zeit, die in dieses Buch eingeflossen sind. Genauso wie seine autobiografischen Erinnerungen – beispielsweise an den Bio-Unterricht Mitte der 90er, und an eine Jugend in einer ruhigen Zeit. Im Gegensatz dazu steht die Gegenwart, unruhig, und mit teils wild-scheinenden Führern.

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Leben in Parallelwelten: Schlamassel im Weltall

WTF? Ich starre auf das Buch, das mir der Bastei Lübbe Verlag unverlangt zugeschickt hat. Wesen im All, alle mit eckigen Köpfen, eines ist ein Schwein. Der Titel: Schlamassel im Weltall (Werbe-Link zu Amazon). Der Autor: Paluten. Laut beigelegtem Waschzettel einer der meistgeklickten YouTuber aus Deutschland. Ich kenne ihn nicht. Das ist jetzt nicht so verwunderlich: YouTube ist keine Plattform, auf der ich mich wohlfühle. Einführung in Palutens Weltall Natürlich bin ich neugierig, und schaue, was Patrick Mayer, so sein echter Name, seinen 3,68 Millionen Abonnenten so bietet. Ich stelle schnell fest: ich bin definitiv nicht die Zielgruppe. Für mich ist alles zu laut, zu schnell, zu bunt. Aber das

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Gelesen: Mehr Wahrheit wagen

Journalisten haben es nicht leicht: Da sind Präsidenten und Parteien, die nicht wollen, dass über sie berichtet wird. Und um das zu verhindern verunglimpfen sie Medien, wann immer sie können: Lügenpresse und Fake News sind zwei Beispiele dafür, wie man Journalisten und deren Arbeit diskreditiert. Das Ergebnis: Viele Menschen, auch in Deutschland, glauben nicht mehr, was Medien veröffentlichen. Fatal. Denn ohne Journalismus keine Demokratie. Schließlich sind Journalisten in einem freien Land eben nicht dem Staat und der Regierung verpflichtet. Im Gegenteil setzen sie sich für die Bürger ein und schauen denen, die das Sagen haben, genau auf die Finger. Das gilt in der Politik und in der Wirtschaft: Der Diesel-Skandal

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Vor 10 Jahren war einiges noch anders

Ich bin ja Wegschmeißer. Darum finde ich es großartig, jeden Jahreswechsel Unterlagen wegschmeißen zu dürfen, für die die gesetzliche Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Im Jahr 2020 sind das eindeutig die Unterlagen von 2009. Bevor ich sie allerdings schreddere, schaue ich sie mir tatsächlich gerne nochmals an. Schließlich vergisst man oft, wie sich das eigene Leben in den vergangenen Jahren verändert hat. Außerdem ist es ganz spannend, einen Blick zurück auf Kunden und Aufträge oder Preise zu werfen. Lest hier, was mir in diesem Jahr beim Rückblick aufgefallen ist: Vor 10 Jahren noch mit Auto Der wahrscheinlich größte Unterschied zu 2009 ist, dass ich damals noch ein Auto hatte. Ich liebte meinen

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Journalism of Things: Wenn Sensoren Geschichten schreiben

Der bekannte Befehl „Alexa, schalte das Licht ein“ ist ein typisches Beispiel für das sogenannte Internet der Dinge oder Internet of Things (IoT), wie es im Englischen heißt. Dabei sind Amazons Smartspeaker Echo und eine Lampe oder auch nur eine Glühbirne über das hauseigene WLAN sowie die Cloud und eine zugehörige App auf dem Smartphone miteinander verbunden. Auf diese Art können sie miteinander kommunizieren. „Darüber schreiben wir als Journalisten oft“, sagt der Wissenschaftsjournalist Jakob Vicari. „Und häufig auch ziemlich begeistert. Aber nur selten kommen wir auf die Idee, diese Technologien auch für unsere Arbeit als Journalisten zu benutzen.“ Darum hat Vicari mit einigen Kollegen im Mai bei der re:publica, einer

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Blogger: Warum ich keine Fotogenehmigung kaufe

Ich habe Verständnis dafür, dass nicht jedes Museum möchte, dass Blogger oder Journalisten dort alles fotografieren. Da ist zum einen das Urheberrecht des Künstlers, das gewahrt werden muss. Manchmal ist es auch die Lichtempfindlichkeit der ausgestellten Objekte, die Fotografen einen Strich durch die Rechnung verstehen. Was ich jedoch nicht verstehe: Wenn ein Museum Angst hat, dass veröffentlichte Bilder dazu führen, dass Besucher das Museum nicht mehr besuchen. Das ist Quatsch. Mich machen solche Bilder erstens neugierig auf ein Museum, zweitens ist eine Ausstellung mehr als die Sammlung diverser Objekte – zumindest wenn sie gut gemacht ist. Ich versteh es dementsprechend als eine Empfehlung für das Museum, wenn ich darüber berichte

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Bücher von und über Journalisten

Ich lese gerne Bücher, die Journalisten geschrieben haben. Oft sind sie einfach besser geschrieben, als Bücher von anderen Autoren. Hinzu kommt, dass sie meist Einblicke in spannende Themen geben. Aber auch fiktionale Bücher, in denen es irgendwie um Journalisten geht, mag ich. Möglicherweise, weil die Identifikationsmöglichkeit mit ihnen hoch ist. In diesem Artikel will ich auf Bücher von und über Journalisten aufmerksam machen, die ich aus welchem Grund auch immer für lesenswert halte. Den Beitrag werde ich künftig immer wieder aktualisieren.

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Dyson: Mit digitalen Motoren gegen Papierverschwendung

„Nachhaltigkeit“ ist das Wort der Stunde: Neulich erklärten mir Gin-Hersteller wie nachhaltig sie eigentlich arbeiten. Ein Kunde, für den Umweltschutz bisher ein Fremdwort war, hat einen Beitrag zum Thema CO2-Kompensierung in Auftrag gegeben, ein Tischler legt Wert darauf, dass seine Tiny Houses nachhaltig produziert werden – und bei der Vorstellung eines neuen Produktes von Dyson in Düsseldorf erfahre ich, dass ich bisher eigentlich ein Umweltschänder war. Denn ich bevorzuge es, auf öffentlichen Toiletten Papierhandtücher zu benutzen, gerne auch zwei. Der Grund dafür: Mit Handtrocknern werden meine Hände irgendwie nie trocken, egal, von welcher Marke sie sind. Und mit einem Papiertuch kann ich danach die Türklinke herunterdrücken, ohne in die fiesen

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