Voluntourismus in Tansania: Mein persönliches Fazit

Einige Wochen zurück in Deutschland, etwas Distanz zum Projekt und zum Aufenthalt. Was denke ich heute darüber? Würde ich es nochmals tun? Eine Frage, die sich nicht mit Ja oder Nein beantworten lässt. Grundsätzlich finde ich, dass jeder West-Europäer ab und zu seine Komfortzone verlassen sollte. Ich reise seit 1998 regelmäßig, in der Regel in Lateinamerika und Asien, und halte mich dabei fern von All-inclusive-Anlagen. Mir geht es darum, Land und Leute kennenzulernen. Und dabei wird man auch mit Armut konfrontiert – in Indien, Bolivien oder eben Tansania. Es schadet nicht, sich damit auseinanderzusetzen, und es würde den Dialog zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sicherlich verbessern, wenn noch mehr Europäer sich

Weiterlesen

Tansania: Letzter Arbeitstag in Yamba

Heute ist mein letzter Arbeitstag als ehrenamtliche Reporterin in Yamba. Ich kann kaum glauben, wie schnell diese vier Wochen in den Usambarabergen vergangen sind. Auch wenn es Tage und Nächte gab, die mir endlos erschienen – weil es beispielsweise besonders kalt oder stürmisch oder neblig war, weil die Metallschüsseln voll Erde, die wir auf der Baustelle abgetragen haben, kein Ende nehmen wollten, oder einfach, weil es zur Abwechslung statt Linsen Bohnen zu essen gab.

Weiterlesen

Tansania: Gebrauchtkleider in Yamba

Kleiderspenden sind bei Village Africa nicht nur willkommen, sie werden auch ernst genommen. Maiko aus dem Management-Team erfasst zunächst jede Jacke, jeden Pulli, jeden Strampelanzug einzeln. Dann erstellt er eine Liste der Familien, die dringend etwas aus der Kleiderspende brauchen und lädt sie ein, an einem bestimmten Tag zu einer festgelegten Zeit zu einem bestimmten Ort zu kommen.

Weiterlesen

Tansania: Recherche in Milingano

Milingano ist gegen Yamba eine richtige Großstadt: Es gibt einmal die Woche einen Markt, Fahrräder, eine sehr große Schule, eine Krankenstation, deren Arzt aber nicht in der Nähe war. Und ein kleines Hospital, das nicht genutzt werden kann, weil die Regierung seit Jahren keine Betten zur Verfügung stellt. Was dazu führt, dass das Gebäude schon wieder zerfällt, ohne jemals genutzt worden zu sein. Das habe ich bei meinem Rechercheausflug erfahren. Alles in allem war es ein harter Tag:

Weiterlesen

Freiwilligenarbeit: Hausbau in Yamba

Derzeit gibt es zwei große Baustellen in Yamba, und beide liegen nebeneinander. Rechts ist die Baugrube für das Haus des bei Village Africa arbeitenden Fahrers John schon weit ausgehoben, links das Eigenheim für den tansanischen Vorstand der Organisation fast fertig. Heute haben die Bauarbeiter mit den Ehrenamtlichen an der Küche weitergearbeitet. Die Häuser in Yamba bestehen aus drei einzelnen Gebäuden: einer Toilette mit Dusche, einer Küche und einem Wohn- und Schlafbereich. Um die Küche fertig zu bauen, musste ein Mauerabschluss aus Zement auf die Ziegelsteine gesetzt werden. Darauf kommen demnächst die Dachbalken.

Weiterlesen

Tansania: Die vielen Seiten der Entwicklungshilfe

Ganz böse Zungen sagen, dass Entwicklungshelfer mehr Schaden als Nutzen anrichten. Denn wenn sie wirklich helfen würden, würden sie ihre eigenen Arbeitsplätze langfristig überflüssig machen. Nicht ganz so harsch fällt das Urteil des Süd-Sudanesen Nhial Bol aus:“Viele Entwicklungshelfer meinen, sie wüssten genau, was die armen Länder brauchen. Dabei starten sie oft Projekte, die nicht funktionieren können, weil die Mentalität und Kultur der Betroffenen außer Acht gelassen wird. Helfer sollten fragen, wie Entwicklungshilfe in Afrika helfen kann. Was nutzt es denn armen Kindern in den Usambarabergen in Tansania, wenn sie Englisch lernen? Was bringt es ihnen, wenn ein Lehrer nach drei Monaten wieder verschwindet?“

Weiterlesen

Mobile Reporting aus den Usambarabergen

Mitten im Busch, ohne Strom und fließend Wasser, aber via SIM-Karte mit dem Internet verbunden. Das erscheint mir noch immer wie ein Wunder. Allerdings: so ganz ohne ist das Ganze nicht. Mein iPhone ist alt und hat eine SIM-Karte, das iPad eine Micro-SIM. Der Unterschied liegt, wie es der Name schon sagt, in der Größe. Ich habe zwar einen mobilen Hotspot dabei, mit dem ich beide Geräte gleichermaßen mit einer Karte ins Netz bringen würde, aber dazu hätte ich ihn zu Hause konfigurieren müssen. Das wäre aber nicht gegangen, weil ich die Kartendetails noch nicht kannte. Und da man ans iPad via USB nichts anhängen kann, war der Kauf dieses

Weiterlesen

Das ist Village Africa

Sechs Jahre alt wird Village Africa 2012. Als Caroline Johnston, die britische Gründerin, hier 2006 ankam, wollte sie als erstes eine Straße, die das Dorf mit der Außenwelt verbindet. Darum gibt es heute eine Buckelpiste, die bis auf einige Kilometer an das Bergdorf heranführt. Caroline hatte in der ganzen Welt selbst als Ehrenamtliche gearbeitet, als sie Pfarrer Father Baruti traf. Er fragte sie, ob sie ihm nicht helfen wollte, die Armut in Yamba und Milingano zu bekämpfen, und sie stimmte zu.

Weiterlesen