Das ist Village Africa

Bei der Arbeit
Bei der Arbeit

Sechs Jahre alt wird Village Africa 2012. Als Caroline Johnston, die britische Gründerin, hier 2006 ankam, wollte sie als erstes eine Straße, die das Dorf mit der Außenwelt verbindet. Darum gibt es heute eine Buckelpiste, die bis auf einige Kilometer an das Bergdorf heranführt. Caroline hatte in der ganzen Welt selbst als Ehrenamtliche gearbeitet, als sie Pfarrer Father Baruti traf. Er fragte sie, ob sie ihm nicht helfen wollte, die Armut in Yamba und Milingano zu bekämpfen, und sie stimmte zu.

Nachdem die Straße soweit angelegt worden war, bauten sie gemeinsam eine kleine Krankenstation auf. „Bevor es diese gab, waren Schlangenbisse in dieser Region immer tödlich, weil es keine Möglichkeit gab, rechtzeitig zur Behandlung ins ferne Tanga zu kommen“, erzählt Andy, der Betreuer der Ehrenamtlichen. Auch Schwangerschaften endeten oft mit dem Tod, denn die werdenden Mütter starben, wenn sie in einer Art Hängematte, die zwischen zwei Äste gebunden war, durch die Berge getragen wurden. Außerdem kamen früher auf 1.000 Schüler sechs Lehrer. Seit es Village Africa gibt, wurden gemeinsam mit der Regierung mehr Satellitenschulen eingerichtet, die die Situation für die Schüler deutlich verbessert. Trotzdem wird weiter Hilfe benötigt: Die Schüler sitzen oft auf dem blanken Boden, weil es nicht genügend Tische und Bänke gibt. Für die vier Schulen, mit denen Village Africa arbeitet, werden noch 450 Tische benötigt. Darum sammelt die Organisation derzeit gezielt dafür Geld.

Sponsor für Waisen

Außerdem hat Village Africa speziell für die 98 Waisen und Halbwaisen in den betreffenden Dörfern einen Sponsor aus Großbritannien gefunden. Ohne ihn könnten sie die weiterführende Schule nicht besuchen, denn sie kostet im Jahr 150.000 tansanische Schilling, das entspricht 75 Euro. Dieses Geld könnten die Waisen ohne fremde Hilfe nicht aufbringen. Der Sponsor versorgt die Waisen auch mit Kleidung und Hygieneartikeln und lässt sie zusätzlich in Landwirtschaft unterrichten, was in Yamba überlebenswichtig ist. Schließlich kann man hier kein Essen kaufen, da es keine Geschäfte gibt. Insgesamt gehen nur 12 Prozent der Kinder in der Region auf die weiterführende Schule, denn entweder fehlt das Geld, oder die Englischkenntnisse sind zu gering.

„Ziel unserer Arbeit hier ist, dass Yamba irgendwann selbstständig ist, dass wir Europäer uns zurückziehen können, und das Management von Village Africa komplett aus Einheimischen besteht“, erklärt Andy. Darum beschäftigt Village Africa aus Spendengeldern finanziert auch Hausmädchen, Fahrer oder Wachmänner: Sie bringen mit ihrem Lohn einen Wirtschaftskreislauf in Gang und schicken mehr Kinder auf die weiterführende Schule. „Das ist uns besonders wichtig“, sagt Andy, „denn Bildung ist die Basis im Kampf gegen die Armut“.

Mehr über meine Zeit in Tansania.

BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthmen und Buchautorin.

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