Ein Model Release mit Daumenabdruck

Wer andere Menschen fotografiert, darf deren Bilder nicht einfach ins Internet laden oder auf Produkte drucken, die anschließend verkauft werden. Darum ist es völlig richtig, dass Calvendo meinen Kalender mit Bildern aus den Usamabarbergen nicht ohne Rückfrage veröffentlicht hat. Ich habe sie gemacht, als ich dort 2012 als ehrenamtliche Reporterin gearbeitet habe. Im Kalender sind nämlich drei Bilder, auf denen Menschen erkennbar abgebildet sind: eine Frau nach dem Gottesdienst bei einer Diskussion mit Nachbarn, ein junges Mädchen im Abendlicht und ein Kind, das seine Zunge herausstreckt.

Weiterlesen

Wie Brand Eins Leser ein tansanisches Hausmädchen ziemlich reich gemacht haben

Seit 1989 arbeite ich journalistisch. In dieser Zeit habe ich vielen Leuten geholfen, ihr Geld zurück oder Recht zu bekommen. Das ist jedes Mal ein ganz wunderbares Gefühl. Schließlich hat man dann mit Journalismus wirklich etwas bewirkt, etwas Gutes getan. Jetzt ist etwas passiert, was aus meiner Sicht alles toppt: 2012 war ich als ehrenamtliche Reporterin in Tansania. Ich interviewte damals das Hausmädchen der britischen NGO Village Africa für die Mikroökonomie von Brand Eins. Nachdem der Text erschienen war, schrieb mir Brand Eins, dass eine Leserin Stella ihre Nähmaschine schenken wolle. Wir überlegten lange hin und her, wie Stella am besten von diesem Geschenk profitieren könnte. Schließlich entschloss sich Brand

Weiterlesen

Brand Eins versteigert eine Nähmaschine für Village Africa

Das Interview, das ich in Tansania mit dem Hausmädchen Stella geführt habe, hat zu interessanten Reaktionen geführt: Eine Firma wollte ihr ein Solarladegrät schicken – daraus wurde zunächst nichts wegen der hohen Transportkosten. Ein Leser bat mich, ihm den Artikel zu signieren, was ich nicht tue, weil ich völlig unwichtig bin – der Inhalt des Textes ist das was zählt. Und eine Leserin beschloss, Stella ihre Nähmaschine zu schenken. Dazu hat sie sich an die Redaktion von Brand Eins gewandt.

Weiterlesen

Tansania: Die vielen Seiten der Entwicklungshilfe

Ganz böse Zungen sagen, dass Entwicklungshelfer mehr Schaden als Nutzen anrichten. Denn wenn sie wirklich helfen würden, würden sie ihre eigenen Arbeitsplätze langfristig überflüssig machen. Nicht ganz so harsch fällt das Urteil des Süd-Sudanesen Nhial Bol aus:“Viele Entwicklungshelfer meinen, sie wüssten genau, was die armen Länder brauchen. Dabei starten sie oft Projekte, die nicht funktionieren können, weil die Mentalität und Kultur der Betroffenen außer Acht gelassen wird. Helfer sollten fragen, wie Entwicklungshilfe in Afrika helfen kann. Was nutzt es denn armen Kindern in den Usambarabergen in Tansania, wenn sie Englisch lernen? Was bringt es ihnen, wenn ein Lehrer nach drei Monaten wieder verschwindet?“

Weiterlesen

Das ist Village Africa

Sechs Jahre alt wird Village Africa 2012. Als Caroline Johnston, die britische Gründerin, hier 2006 ankam, wollte sie als erstes eine Straße, die das Dorf mit der Außenwelt verbindet. Darum gibt es heute eine Buckelpiste, die bis auf einige Kilometer an das Bergdorf heranführt. Caroline hatte in der ganzen Welt selbst als Ehrenamtliche gearbeitet, als sie Pfarrer Father Baruti traf. Er fragte sie, ob sie ihm nicht helfen wollte, die Armut in Yamba und Milingano zu bekämpfen, und sie stimmte zu.

Weiterlesen