Ehrenamt: Roland Auer in Tansania

Heute ist in der Rheinischen Post in Mönchengladbach der Artikel über Roland Auer erschienen. Roland ist neben mir der andere deutsche Ehrenamtliche, der für Village Africa aktiv ist. Er unterrichtet in Milingano Englisch. Ich erinnere mich an unser Gespräch mit dem iPod und dem Stereomikrofon vor uns, auf den Stufen sitzend am Mzizima, dem Aufenthaltsraum für die Ehrenamtlichen in Yamba. Das war in unserer ersten Woche, mein erstes Interview für Village Africa, und es ist schon wieder unfassbar lang her. Roland bat mich, heimlich Bilder von ihm zu machen, damit sie möglichst nicht gestellt wirken.

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Voluntourismus in Tansania: Mein persönliches Fazit

Einige Wochen zurück in Deutschland, etwas Distanz zum Projekt und zum Aufenthalt. Was denke ich heute darüber? Würde ich es nochmals tun? Eine Frage, die sich nicht mit Ja oder Nein beantworten lässt. Grundsätzlich finde ich, dass jeder West-Europäer ab und zu seine Komfortzone verlassen sollte. Ich reise seit 1998 regelmäßig, in der Regel in Lateinamerika und Asien, und halte mich dabei fern von All-inclusive-Anlagen. Mir geht es darum, Land und Leute kennenzulernen. Und dabei wird man auch mit Armut konfrontiert – in Indien, Bolivien oder eben Tansania. Es schadet nicht, sich damit auseinanderzusetzen, und es würde den Dialog zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sicherlich verbessern, wenn noch mehr Europäer sich

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Tansania: Letzter Arbeitstag in Yamba

Heute ist mein letzter Arbeitstag als ehrenamtliche Reporterin in Yamba. Ich kann kaum glauben, wie schnell diese vier Wochen in den Usambarabergen vergangen sind. Auch wenn es Tage und Nächte gab, die mir endlos erschienen – weil es beispielsweise besonders kalt oder stürmisch oder neblig war, weil die Metallschüsseln voll Erde, die wir auf der Baustelle abgetragen haben, kein Ende nehmen wollten, oder einfach, weil es zur Abwechslung statt Linsen Bohnen zu essen gab.

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Tansania: Gespräch mit zwei ehrenamtlichen Lehrern in Yamba

Bethany Taylor aus Ipswich, England, wird in Yamba nur Bee genannt. Sie ist 20 Jahre alt, mit der Schule fertig, aber noch nicht im richtigen Job gelandet. Sie war 2011 fünfeinhalb Monate als Englischlehrerin in Yamba, und hat beschlossen, zurückzukommen. Ihr Ziel ist es, im gemeinnützigen Sektor in England zu arbeiten, doch es sei nicht einfach, dort hineinzukommen, sagt sie. Und sie möchte gar nicht erst damit beginnen, Tee für die Abteilung zu kochen. Bee hofft, den Einstieg ins Berufsleben über ihre Praxiseinsätze bei Village Africa zu schaffen.

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Freiwilligenarbeit: Hausbau in Yamba

Derzeit gibt es zwei große Baustellen in Yamba, und beide liegen nebeneinander. Rechts ist die Baugrube für das Haus des bei Village Africa arbeitenden Fahrers John schon weit ausgehoben, links das Eigenheim für den tansanischen Vorstand der Organisation fast fertig. Heute haben die Bauarbeiter mit den Ehrenamtlichen an der Küche weitergearbeitet. Die Häuser in Yamba bestehen aus drei einzelnen Gebäuden: einer Toilette mit Dusche, einer Küche und einem Wohn- und Schlafbereich. Um die Küche fertig zu bauen, musste ein Mauerabschluss aus Zement auf die Ziegelsteine gesetzt werden. Darauf kommen demnächst die Dachbalken.

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Tansania: Die vielen Seiten der Entwicklungshilfe

Ganz böse Zungen sagen, dass Entwicklungshelfer mehr Schaden als Nutzen anrichten. Denn wenn sie wirklich helfen würden, würden sie ihre eigenen Arbeitsplätze langfristig überflüssig machen. Nicht ganz so harsch fällt das Urteil des Süd-Sudanesen Nhial Bol aus:“Viele Entwicklungshelfer meinen, sie wüssten genau, was die armen Länder brauchen. Dabei starten sie oft Projekte, die nicht funktionieren können, weil die Mentalität und Kultur der Betroffenen außer Acht gelassen wird. Helfer sollten fragen, wie Entwicklungshilfe in Afrika helfen kann. Was nutzt es denn armen Kindern in den Usambarabergen in Tansania, wenn sie Englisch lernen? Was bringt es ihnen, wenn ein Lehrer nach drei Monaten wieder verschwindet?“

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Das ist Village Africa

Sechs Jahre alt wird Village Africa 2012. Als Caroline Johnston, die britische Gründerin, hier 2006 ankam, wollte sie als erstes eine Straße, die das Dorf mit der Außenwelt verbindet. Darum gibt es heute eine Buckelpiste, die bis auf einige Kilometer an das Bergdorf heranführt. Caroline hatte in der ganzen Welt selbst als Ehrenamtliche gearbeitet, als sie Pfarrer Father Baruti traf. Er fragte sie, ob sie ihm nicht helfen wollte, die Armut in Yamba und Milingano zu bekämpfen, und sie stimmte zu.

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Sinnvolle Auszeit: Als ehrenamtliche Reporterin in Tansania

Ich wollte schon immer mal im Ausland zur Uni gehen oder arbeiten. Aber als Studentin der Neueren deutschen Literatur war das nicht sinnvoll. Später, in der Festanstellung, hatte mir unsere Chefin einen Austausch mit einer Partnerredaktion in den USA ermöglicht – doch bevor der Flieger abhob, wurden wir alle entlassen. Und meine Bewerbungen um Journalistenstipendien waren wohl nicht gut genug, denn ich bekam nie eines. Von Voluntourismus, also der ehrenamtlichen Arbeit bei einem Projekt oder einer Organisation im Urlaub, hatte ich zwar schon gehört, doch als Freiberuflerin kam das für mich nicht in Frage: In der Regel muss man länger als vier Wochen vor Ort sein. Das bedeutet für mich

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