Niedersachsen: Gemeinde Wulften fördert Altbaukauf

Leerstand in Wulfen
Leerstand in Wulfen

Es ist bisher eine kleine Erfolgsgeschichte: Sechs Förderanträge hat die Gemeinde Wulften in Niedersachsen seit Start Ihres Programms „Jung kauft Alt“ im Frühjahr 2015 vorliegen. Ziel des Programms ist es, junge Familien dabei zu unterstützen, leerstehende Altbauten in Wulften zu kaufen. Das macht man in dem Ort mit unter 2.000 Einwohnern ganz bewusst, denn nur so lässt sich die bisher sehr gute Infrastruktur des Ortes erhalten. Noch gibt es dort Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten, Banken und einen Bahnhof. Und das soll auch so bleiben.

Bevölkerungsentwicklung in Wulfen
Bevölkerungsentwicklung in Wulfen

Dazu muss allerdings der Wegzug gestoppt werden: Die Bevölkerungszahl sinkt seit Beginn des Jahrtausends kontinuierlich, der Leerstand steigt. Darum gibt es das Programm „Jung kauft Alt“: Die Gemeinde gibt einen Zuschuss für ein Gutachten eines Altbaus, also einer Immobilie, die älter als 25 Jahre ist. Und auch der Erwerb wird gefördert, und zwar sechs Jahre lang mit maximal 1.500 Euro. „Mit dem Programm soll jungen Leuten die Angst genommen werden, einen Altbau zu kaufen“, erklärt Gemeindedirektor Arnd Barke. Das sei wichtig, denn viele Interessenten haben Angst davor, ein altes Haus zu kaufen, weil sie nicht wissen was an Sanierungsbedarf und dementsprechend an Kosten auf sie zukommt. Von den sechs gestellten Förderanträgen wurden übrigens fünf bereits bewilligt, der sechste wird derzeit überprüft.

„Trotzdem stehen in der Gemeinde Wulften am Harz natürlich immer noch Häuser leer, und es kommen auch immer wieder neue Verkaufsobjekte hinzu, denn aufgrund der demographischen Entwicklung in Südniedersachsen ist dieser Trend nicht aufzuhalten“, so Barke. Wie Wulften haben in Niedersachsen schon einige Gemeinden die Zeichen der Zeit erkannt: Der demographische Wandel, also ein Wegzug der Jungen, schwächt die Infrastruktur der Städte und Gemeinden. Im schlimmsten Fall werden Schulen geschlossen und der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Damit es nicht so weit kommt, haben beispielsweise Ottenstein und Einbeck in Niedersachsen bereits Maßnahmen ergriffen. Auch Unternehmen wie der Gräfliche Landsitz Hardenberg versuchen, dem demographischen Wandel entgegenzuwirken.

Wulften hat sich für das Programm „Jung kauft Alt“ übrigen als Vorbild die Stadt Hiddenhausen in NRW genommen.

BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthmen und Buchautorin.

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