Einbeck: Mit Sch(l)aufenstern gegen den Leerstand

Sch(l)aufenster

Eigentlich dachte er, seine Aufgabe sei nach einem halben Jahr erfüllt. Doch Hans-Jürgen Kettler ist jetzt seit über eineinhalb Jahren Vorsitzender der Bürgerinitiative Sch(l)aufenster im niedersächsischen Einbeck. Sein Ziel: leerstehende Schaufenster mit Leben füllen. Die Anregung dazu kam vom Vorsitzenden der Kulturstiftung Kornhaus, Karl-Heinz Rehkopf. Die Kulturstiftung Kornhaus ist auch als PS Speicher bekannt: Wo früher bis zu 1500 Tonnen Getreide lagern konnten, stehen heute rund 300 Motorräder und Autos. Einbeck schön halten Rehkopf und die Mitglieder der heutigen Bürgerinitiative störten sich an den vielen leeren Schaufenstern in den schönen Fachwerkhäusern der Stadt: Entweder waren die Eigentümer, die dort Läden hatten, zu alt geworden, oder die dort angesiedelte Dienstleistung lohnte

Ottenstein: Mit geschenkten Grundstücken gegen den demographischen Wandel

Manfred Weiner, Bürgermeister

Manfred Weiner ist verärgert: Seit eindreiviertel Jahren warte man im niedersächsischen Ottenstein darauf, dass die Politik ihre Richtlinien bekannt gibt, in denen steht, welche Maßnahme zur Dorferneuerung in welcher Höhe gefördert werden soll. „Die Leute stehen in den Startlöchern, die wollen was tun, aber sie werden ausgebremst“, sagt der ehrenamtliche Bürgermeister. Das ist schlimm, denn es gibt in Ottenstein viele gute Ideen, wie man den Ort attraktiver für Bürger und Touristen machen könnte: der Teufelsbadteich soll beispielsweise renaturiert werden. Man möchte an den umliegenden Wanderwegen Schutzhütten errichten, es soll einen mobilen ärztlichen Dienst geben und man will den Marktplatz neu gestalten. Die Ideen wurden im Juli in einem Zelt 200

Projekt Pforzheim-Mitte

Pforzheim

Kaum habe ich meine Rubrik zum Demographischen Wandel veröffentlicht, bekomme ich eine Pressemitteilung der Stadt Pforzheim. Dort, so erfahre ich, will man die östliche Innenstadt neugestalten und ist nun auf Investorensuche. Ich schreibe zurück, dass ich zur Pressekonferenz nicht kommen kann – Pforzheim ist nicht um die Ecke, sondern in Baden-Württemberg, und es gibt niemanden, der die Kosten dafür übernehmen würde. Aber, so rege ich an, wir könnten gerne ein Interview zum Thema machen. Als Antwort bekomme ich eine weitere Pressemitteilung. Was ich dort lese, klingt gut: Handel, Gastronomie, Verwaltung, Wohnen- diese verschiedenen Funktionen sollen gut gemischt zu einer neuen Lebendigkeit und Vielfältigkeit in der Stadt führen. Aufenthaltsqualität soll gesteigert

Mein Projekt 2015: Zerfallendes Deutschland

Demographischer Wandel: Die Folge für Städte und Regionen

Es ist Zeit für ein neues Projekt. Darf ich vorstellen: Zerfallendes Deutschland,  meine Kategorie zum demographischen Wandel ist online. Und ich freue mich, vom Start weg so spannende Gesprächspartner dafür gewonnen zu haben: Kai Warnecke, Hauptgeschäftsführer von Haus & Grund hat sich mit mir über den demographischen Wandel unterhalten und darüber, was das für Deutschland, aber auch für die Eigentümerschutzgemeinschaft bedeutet. Auch Reiner Braun aus dem Vorstand des empirica Instituts in Berlin hat mir zum Thema ein Interview gegeben. Er betont, dass der demographische Wandel kein Ostproblem ist, zerfallendes Deutschland ist quasi überall. Und wenn wir mit offenen Augen durch die Landschaft fahren, dann sehen wir die Folgen des demographischen

„Der demographische Wandel ist kein Ost-Problem“

Reiner Braun, Empirica Institut

Im Rahmen kleinerer Aufträge hat sich das empirica Institut in Berlin mit der dem demographischen Wandel und der Bevölkerungsstruktur in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz beschäftigt. Zunächst schaute man, wo Schrumpfungsregionen sind, dann suchte man nach Best Practice Beispielen gegen die Bevölkerungsabwanderung. Das Ergebnis der Untersuchung schildert Reiner Braun, Vorstand, im Interview. Was waren Ihre wichtigsten Erkenntnisse? Sehr wichtig ist, dass der demographische Wandel kein Problem Ostdeutschlands ist. Im Gegenteil ist man dort schon weiter, weil bereits vor 10, 15 Jahren viele Leute dort weggezogen sind. Außerdem ist es Quatsch, dass Städte wachsen, weil die Leute aus dem Umland in die Stadt ziehen. Im Gegenteil sind in vielen attraktiven Städten die

„Es wird Regionen geben, in denen bald niemand mehr lebt“

„Es wird Regionen geben, in denen bald niemand mehr lebt“

30 bis 40 Kilometer zum nächsten Supermarkt oder Arzt – das ist keine verlockende Aussicht. In einigen Regionen Deutschlands könnte das jedoch bald normal sein. Kai Warnecke, Hauptgeschäftsführer von Haus & Grund Deutschland über eine schrumpfende Gesellschaft und die Folgen für Städte, Dörfer und Regionen. Rufen bei Ihnen Mitglieder an, die keine Erben haben und sich fragen, was aus ihrer Immobilie werden wird? Ja, das passiert. Allerdings eher selten, denn Mitglieder von Haus & Grund, die ein Eigenheim erworben haben, haben meistens Kinder. Allerdings ist das Problem natürlich dort gegeben, wo das Haus in einer Region liegt, in der die Kinder oder Enkel nicht mehr leben wollen, weil sie dort