Mein Projekt 2015: Zerfallendes Deutschland

Bahnhof in Sande
Bahnhof in Sande

Es ist Zeit für ein neues Projekt. Darf ich vorstellen: Meine Kategorie zum demographischen Wandel ist online. Und ich freue mich, vom Start weg so spannende Gesprächspartner für die Seite gewonnen zu haben: Kai Warnecke, Hauptgeschäftsführer von Haus & Grund hat sich mit mir über den demographischen Wandel unterhalten und darüber, was das für Deutschland, aber auch für die Eigentümerschutzgemeinschaft bedeutet. Auch Reiner Braun aus dem Vorstand des empirica Instituts in Berlin hat mir zum Thema ein Interview gegeben. Er betont, dass der demographische Wandel kein Ostproblem ist, sondern uns alle trifft.

Und wenn wir mit offenen Augen durch die Landschaft fahren, dann sehen wir die Folgen des demographischen Wandels auch bereits an vielen Straßenecken: Häuser, die zerfallen, weil die Eigentümer keine Erben haben – oder weil die Erben nicht dort leben wollen, wo die Häuser stehen. In einigen Regionen fahren Busse nur einmal die Stunde – oder gar nicht mehr. Schwimmbäder werden geschlossen – oder durch Privatinitiative geführt. Eine Wegzugsspirale beginnt: Je unattraktiver ein Ort ist, desto weniger Menschen leben dort, desto mehr Angebote schließen, desto weniger Menschen leben dort. Auf der anderen Seite die Städte und Ballungsgebiete, in den Miet- und Kaufpreise explodieren, wo junge Familien immer seltener bezahlbaren Wohnraum finden. Der demographische Wandel war lange nur ein theoretisches Schreckgespenst. Jetzt ist er da. Und wir stehen noch am Anfang. Wer sich mit der Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung auseinandersetzt, erfährt, dass die Bevölkerung in der Bundesrepublik in den kommenden 15 Jahren um eine halbe Million Menschen sinken soll – trotz Zuwanderung. Was das für ein Sozialsystem bedeutet, liegt auf der Hand.

Der demographische Wandel hat also viel mit Wirtschaft zu tun, und viel damit, diese zu verstehen, Zusammenhänge aufzuzeigen. Das ist das Ziel meiner neuen Kategorie. Und Ihr alle seid herzlich willkommen, Euch daran zu beteiligen: Ich suche Gesprächspartner, die ihre Sicht der Dinge schildern. Das können sein:

  • Immobilienexperten
  • Immobilienfinanzierer
  • Psychologen
  • Experten für Städtebau
  • Soziologen
  • Immobilienverwerter
  • Eigentümer, deren Immobilie künftig leer stehen wird
  • Unternehmensberater
  • Unternehmen, die keinen qualifizierten Nachwuchs finden
  • Politiker, die sich besondere Konzepte gegen die Schrumpfung überlegt haben
  • Menschen, die neben einer leerstehenden Immobilie wohnen
  • Menschen, die in der Stadt bezahlbaren Wohnraum suchen

Ihr kennt jemanden, der passen könnte? Bringt mich gerne mit ihm in Kontakt!

Finanzielle Unterstützung wäre toll

Ich möchte dieses Projekt ohne Verlag stemmen, ohne Medienhaus im Hintergrund. Und es soll vorerst unbegrenzt laufen. Die Kosten für eine Webseite sind nicht teuer. Aber natürlich bringe ich Arbeitszeit ein, die mir niemand bezahlt – und in der ich keine bezahlten Aufträge annehmen kann. Darum freue ich mich über finanzielle Unterstützung. Wer mir einen Betrag nach Wahl als Spende zukommen lässt, darf sein Logo in dieser Kategorie als Unterstützer zeigen.

Offene Fragen

Warum ich kein Crowdfunding-Projekt daraus mache? Ist mir ehrlich gesagt zu aufwändig.
Ob ich keine Angst habe, dass jemand meine Idee klaut? Doch. Aber dieser Text und die entsprechende Webseite mit den ersten Inhalten sind bereits online. Wer jetzt also das Thema klaut, ist selbst schuld.
Wie viel Zeit ich dafür veranschlage? Ich will das so lange machen, wie es gute Inhalte und spannende Gesprächspartner gibt.
Ob ich das Projekt auch ohne Geldgeber durchziehe? Klar, dann wird die Entwicklung aber langsamer vorangehen.

BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthmen und Buchautorin.

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