Genossenschaftlich geführtes Gasthaus: Die Krone Schenke in Unsleben

Maximal 30 Minuten gibt mir Gertraud Balling, als ich sie an einem Freitagmorgen um halb zehn in der Krone Schenke im bayrischen Unsleben anrufe. Kein Wunder: In der genossenschaftlich geführten Gaststätte muss heute ein 60. Geburtstag gestemmt werden: Zwar arbeiten in der Küche bis zu vier Personen und auch im Service sind bis zu vier Leute tätig, hinzu kommen zwei Reinigungskräfte. Doch fast alle arbeiten nur in Teilzeit, und manche Arbeiten müssen eben auf freiwillige Schultern aus dem Dorf verteilt werden. Dazu gehört heute Servietten zu falten und Besteck zu polieren – nur zwei kleine Aufgaben, die Gertraud Balling, Vorstandsmitglied der Genossenschaft, an diesem Freitag übernommen hat.

Sharing Economy: Das geteilte Leben

Es ist halb sieben, als Annas Wecker wie jeden Morgen unter der Woche klingelt. Anna ist 37, verheiratet, hat zwei kleine Kinder und lebt in Köln. Sie steht heute besonders leise auf, denn im Nachbarzimmer schläft Miguel aus Argentinien. Anna und ihr Mann vermieten das Gästezimmer manchmal an Reisende, die über Airbnb, 9flats oder einen der anderen Marktplätze für private Wohnunterkünfte Schlafmöglichkeiten suchen. Für die junge Familie ist das ein kleines Zubrot, und die Kinder lernen viele unterschiedliche Kulturen kennen über die Gäste, die mal mehr, mal weniger am Familienleben teilnehmen.