Apps für Hörfunk-Journalisten

Audio-Apps
Audio-Apps

Ich gebe ganz offen zu, dass ich von Hörfunk wenig Ahnung habe. Zu lange liegt mein Studium zurück, zu analog war, was ich dort gelernt habe. Trotzdem ist Hörfunk für mich interessant – und zwar in Zusammenhang mit mobile reporting und der Möglichkeit, multimediale Inhalte auf Internetseiten einzubauen. Dabei geht es nicht zwingend darum, ein Hochglanz-Hörfunk-Feature mit dem Smartphone aufzunehmen und zu schneiden. Vielmehr geht es darum, Audio aufzunehmen, vielleicht ein bisschen schneiden – aber auch darum, Hörfunk online hör- und sichtbar zu machen. Und zwar am besten mit entsprechenden Apps fürs Smartphone.

Das ist so ungefähr auch meine Aufgabe von einem Kunden für einen Workshop irgendwann in den kommenden Wochen. Um die Aufgabe noch etwas komplizierter zu machen, sollen die Apps

  • auf Android-Geräten funktionieren und
  • aus sehr guten Gründen nichts kosten.

Die Vorteile der Android-Geräte

Obwohl ich die Kundenbegründung sehr gut nachvollziehen kann, ist das ziemlich schwierig. Nicht, dass ich etwas gegen Android hätte. Das Google Betriebssystem für Smartphones ist bei vielen Kollegen beliebt, durchaus berechtigt:

  • Android-Geräte sind oft günstiger als Apple-Geräte.
  • Man kann die Batterie selbst wechseln.
  • Viele Android-Geräte haben hervorragende Kameras.
  • Manche haben mehr Speicher als Apple-Geräte.
  • Andere funktionieren auch noch, nachdem sie zu viel Wasser abbekommen haben.

Aber: Es gibt lange nicht so viele Apps für mobile Reporter mit Android-Geräten, wie es sie für die Kollegen mit iOS gibt. Oder es gibt, sie, aber sie laufen nicht auf allen Geräten gleich gut. Das hängt damit zusammen, dass Android auf jedem Gerät ein bisschen anders ist, also auf Samsung-Geräten beispielsweise eine andere Form von Android installiert ist, als auf Huawei-Phones. Hinzu kommt die Sicherheit: Die Zahl der mobilen Schädlinge soll sich im Vorjahr verdreifacht haben, wie Kaspersky mitteilte. Apple-Geräte seien deutlich weniger gefährdet, heißt es beispielsweise bei der Stiftung Warentest. Auf einem Android-Handy einfach mal so eine App auszuprobieren, das überlegt sich mancher eventuell deswegen zweimal. Hinzu kommt natürlich auch die Frage des Datenschutzes: Google ist nicht die Heilsarmee. Die Gründe, weswegen das Unternehmen ein Smartphonebetriebssystem für umme anbietet, dürften in Googles Datensammelwut liegen.

Apps für Android-Geräte

Aus beruflichen Gründen muss ich mich aber nun mit Apps für Audio und Android beschäftigen. Dazu habe ich mir ein sieben Jahre altes Smartphone ausgeliehen. Und dabei stoße ich direkt zu Beginn auf die erste Hürde: Vorinstalliert ist Google Market für Apps. Dort gibt es jedoch längst nicht alle Android-Apps. Die Google Play App kann ich nicht installieren. Also hilft mir dieses Gerät nicht so richtig weiter. Das gleiche Problem habe ich mit einem Gerät, das ein, zwei Jahre jünger ist. Und nur um es einmal gesagt zu haben: Mit meinem iPhone 4 von 2010 habe ich dieses Problem nicht. Da ist das neuste Betriebssystem installiert, und ich kann alle Apps herunterladen und ausführen. Aber es ist wie es ist: Der Workshop wird mit Android laufen. Weil ich aber derzeit kein passendes Gerät habe, um die Apps zu testen, ist dies eine rein theoretische App-Sammlung. Oder anders gesagt: Ich habe diese Apps nicht selbst getestet.

Foundbite. Eine der innovativeren Apps, mit denen man Fotos und Töne kombinieren kann.

Wer für Apps bezahlen kann, kommt bei 10 powerful audio recording apps weiter.

Apps für Apple und Android

Luci Live – eine Empfehlung vom Kollegen Stanley Vitte, mag sehr professionell sein, ist mit 249 Euro aber zu teuer, um die Software zu testen oder mit Kollegen zu nutzen, die schlicht und ergreifend das Geld nicht haben. Auphonic – auch ein Hinweis von Stanley Vitte – ist eine App, die man immerhin zwei Stunden im Monat kostenlos nutzen kann.

Audioboom. Mit der App kann man sehr einfach englischsprachige Podcasts abonnieren – sich aber auch selbst eine Community schaffen. Dazu muss man eigentlich nur den roten Knopf rechts oben klicken. Dann kommt man in den Aufnahmemodus. Dort hat man zehn Minuten Redezeit. Man kann die Audiospur sehr einfach kürzen, aber keine einzelnen Sequenzen herausschneiden. Man kann ein Foto hinzufügen, den Ort angegeben, das Ergebnis über die sozialen Medien teilen oder in einen Blog einbinden. Endlich eine App für Android, mit der man wenigstens über einen Umweg etwas mehr Crossmedialität ins Netz bringen kann. Was mir allerdings nicht gelungen ist: ich kann meinen ziemlich blöden Test nicht mehr löschen. Seufz.

iRig für Android. Gibt es neuerdings und auch als kostenlose Variante. Ich persönlich nutze iRig auch auf dem iPhone um zu kürzen, Äs rauszuschneiden und ein wenig zu optimieren.

Shuttersong funktioniert auf Android und mit iOS und ist eine Möglichkeit, Bilder mit Ton zu verbinden.

Apps für Apple-Geräte

Apple-Apps sind zwar nicht gefragt für meinen Kunden, da ich aber das Thema recherchiert habe, nenne ich diese Ergebnisse auch noch:

Hochgelobt wird überall der Hindenburg Field Recorder, mit dem man auch schneiden können soll. Mit 29 US-Dollar für mich zu teuer, um die App einfach mal zu testen.
Rode Rec kostet 5,99 Euro und soll für Schnitt geeignet sein. Die Bewertungen im App-Store sind jedoch wenig überzeugend.
Außerdem gibt es natürlich die Garage Band App von Apple. Zusätzlich ist die App „Sprachmemos“ vorinstalliert.

Spannend finde ich außerdem Opinion. Die App hilft dabei, Podcasts zu machen. Leider werden einige Apps schon gar nicht mehr weiterentwickelt, produzieren bei der Nutzung plötzlich Probleme wie zum Beispiel Jamsnap oder werden wie Chirrrp nicht mehr im deutschen Store angeboten. So ist das im Leben: ein ständiges Kommen und Gehen – auch bei den Apps.

Schreibt doch bitte Eure Lieblings-Audio-Apps in die Kommentarliste. Danke!

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