Das manchmal fragwürdige Verhalten von Arbeitgebern im Bewerbungsprozess

Bewerbungsprozesse - nicht optimal

Als Freiberuflerin habe ich mich schon sehr lange nicht mehr auf eine Festanstellung beworben. Umso spannender finde ich, bei Freund*innen und Kolleg*innen den Bewerbungsprozess zu verfolgen. Nun sind diese ja – nicht nur durch Corona – deutlich digitaler geworden. Da sollte man doch meinen, dass sich das auch in der Geschwindigkeit der Stellenbesetzung niederschlägt. Leider scheint das eher die Ausnahme zu sein. Und nicht nur das: Trotz digitaler Möglichkeiten scheint oft auch eine zeitnahe Kommunikation mit den Bewerbern von vielen Personaler*innen zu viel verlangt zu sein. Das ist besonders dann peinlich, wenn sich die Firmen in den Stellenanzeigen Begriffe wie „Wertschätzung“ oder „Kommunikation auf Augenhöhe“ auf die Fahnen schreiben. Übrigens

Wie sich Personalabteilungen bei der Suche nach guten Kräften selbst im Weg stehen

Und gab's ein Leben vor 2001?

Die gute Nachricht zuerst: Auch mit fast 50 kann man nach einer Kündigung wieder eine Festanstellung bekommen. Natürlich: Der betroffene Controller hätte auch mit der Firma Richtung Hamburg ziehen können. Doch seine Mutter lebt im Pflegeheim in NRW, für seinen Bruder, der in der Nähe wohnt, ist er gesetzlicher Betreuer. Seine Frau ist beruflich mit dem Rheinland verbunden, und Immobilienbesitzer ist er auch noch. Ein Umzug wäre also zwar möglich gewesen, war aber nicht seine erste Wahl. Rund 80 Bewerbungen hat er in dem halben Jahr als Arbeitsloser geschrieben. Und während der Jobsuche einige interessante Dinge erlebt:

Von wegen Fachkräftemangel: Das rätselhafte Verhalten vieler Unternehmen im Bewerbungsprozess

Auf Jobsuche - trotz Fachkräftemangel nicht einfach

„Fachkräftemangel: Unternehmen müssen kreativ werden“ ist nur eine von vielen Überschriften, die man derzeit in großen deutschen Medien liest. Mich amüsieren diese Überschriften und die zugehörigen Artikel. Denn durch meine Bewerbungstrainingsseminare und meine Vorträge zum Thema Recruiting in Zeiten von Fachkräftemangel und social media weiß ich, dass die Realität oft anders aussieht. Nicht nur, dass nur wenige Unternehmen wirklich kreativ im Umgang mit Bewerbern und Mitarbeitern sind. Viel schlimmer ist, dass viele Firmen beziehungsweise deren Personalabteilungen den Bewerbungsprozess so gestalten, dass man daran zweifeln muss, ob sie wirklich auf der Suche nach Mitarbeitern sind. Ich habe mich darum mit Christof Wirtz über das Thema unterhalten. Er ist Niederlassungsleiter der A!B!C