Das Demographie Netzwerk der Wirtschaft

Screenshot ddn
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Trotz Zuwanderung werden in Deutschland in den kommenden Jahren Fachkräfte fehlen. In einigen Branchen und Regionen ist es schon so weit: Stellen bleiben unbesetzt, weil sich kein passender Bewerber findet. Unternehmen müssen sich darum mit der Frage auseinandersetzen, wie sie mit weniger Mitarbeitern den Betrieb aufrechterhalten können. Oder welche Möglichkeiten sie haben, Fachkräfte an- und abzuwerben.

Hilfe bekommen sie dabei vom Demographie Netzwerk (ddn), einem Zusammenschluss von 400 Unternehmen und Institutionen. Ich habe Pressesprecher Pascal Frai einige Fragen gestellt:

Was genau ist das Ziel des ddn?

Das Ziel liegt darin, im Zusammenwirken mit Unternehmen, öffentlichen Arbeitgebern sowie Vertretern aus Wissenschaft und Politik Lösungen für die betrieblichen Herausforderungen des demographischen Wandels zu entwickeln. Ob Fachkräftesicherung, flexible Arbeitszeitmodelle oder generationengerechte Unternehmenskulturen – in zwölf Facharbeitskreisen und 20 Regionalnetzwerken erhalten ddn-Mitglieder auf Grundlage von Experteninput und kollegialer Beratung das Rüstzeug für ein erfolgreiches Demographie-Management. Mitglieder werden darüber hinaus sichtbarer Teil einer Wertegemeinschaft, die sich über den Kreis der Vereinsmitglieder hinaus für Mitarbeiterorientierung und Generationengerechtigkeit in der Arbeitswelt einsetzt.

Welche Rolle spielt der demographische Wandel in Unternehmen?

Als Folge des demographischen Wandels wird die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter bis 2030 um etwa sieben Millionen Menschen sinken. Die bisherige Wirtschaftsleistung muss also künftig mit deutlich weniger und älteren Erwerbspersonen erbracht werden. Das Institut der Deutschen Wirtschaft erwartet bis zum Jahr 2020 eine Lücke von 1,3 Millionen Fachkräften. Geschäftsführer und Personalverantwortliche stellen sich angesichts des demographischen Wandels unter anderem folgende Fragen:

  • Wie kann mein Unternehmen mit alternden und gegebenenfalls kleineren Belegschaften produktiv und wettbewerbsfähig bleiben?
  • Wie kann Wissen rechtzeitig im Unternehmen gesichert werden?
  • Wie kann mein Unternehmen attraktiver für Fach- und Führungskräfte werden?


Was raten Sie Unternehmen?

Am Anfang sollte immer eine fundierte Analyse stehen:

  • Wie ist die Altersstruktur des Unternehmens?
  • Wo gibt es künftig Engpässe?
  • Sind die Arbeitsplätze so gestaltet, dass sie ein gesundes Arbeiten bis zum Renteneintrittsalter ermöglichen?
  • Wie steht es um Mitarbeiterbindung, Krankenstand oder die Reputation des Unternehmens?

Zeigen sich an einer dieser Stellen Schwachstellen, gilt es in systematischer Form rechtzeitig gegenzusteuern. Die vielen erfolgreichen Ansätze und Instrumente dazu, kann man im ddn kennen lernen. Das Spektrum reicht von Bausteinen lebensphasenorientierter Personalpolitik bis zu Techniken im Aufbau einer starken Arbeitgebermarke.

Was bezahlen Unternehmen, um bei Ihnen Mitglied zu werden?

Die Mitgliedsbeiträge sind nach der Beschäftigtenzahl gestaffelt. Beispiel: Während Unternehmen mit 1 bis 19 Beschäftigten einen Jahresbeitrag von 400 Euro zahlen, liegt der Jahresbeitrag für Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten bei 4.000 Euro.

BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthmen und Buchautorin.

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