Tansania: Besuch in der Krankenstation in Yamba

Mein Arbeitsplatz in Yamba
Mein Arbeitsplatz in Yamba

Veronika, genannt Mama Ade, und Hilde arbeiten als Krankenschwestern in der Krankenstation in Yamba. Es gab schon eine medizinische Versorgung, bevor Village Africa seine Arbeit in den Usambarabergen vor heute genau sechs Jahren aufgenommen hat. Allerdings war sie geschlossen, als Caroline Johnston, die Gründerin von Village Africa, hierher kam. Die wichtigste Aufgabe von Mama Ade und Hilde ist es, festzustellen, ob ein Patient mit Fieber an Malaria erkrankt ist. Denn wer nicht rechtzeitig die nötigen Medikamente bekommt, kann an der Krankheit sterben.

Weiter Weg nach Tanga

Hilde und Mama Ade haben am Tag fünf bis zehn Patienten. Und sie sind auch nachts erreichbar: Wer die Hilfe der ausgebildeten Krankenschwestern benötigt, geht zum Wachmann des Büros von Village Africa direkt nebenan. Er ruft dann eine der Schwestern an. Wie viele Kranke es in Yamba in Tansania gibt, sei stark vom Wetter abhängig, sagen sie. In der Regenzeit von März bis Mai gebe es beispielsweise mehr Malariakranke, und auch die Zahl der an Durchfall leidenden Patienten steige an. Einigen können sie mit den passenden Medikamenten weiterhelfen. Wer jedoch ein Antibiotikum braucht, muss nach Tanga zum Arzt fahren: Eineinhalb Stunden zu Fuß nach Milingano, dann auf dem Anhänger eines Lastwagens etwa vier Stunden bis Tanga. Mama Ade und Hilde geben auch Gesundheitsseminare, um die Bevölkerung über Hygiene, den richtigen Umgang mit Moskitonetzen, über Würmer und Cholera aufzuklären.

Was Krankheiten mit Wirtschaft zu tun haben

„Diese Vorsorgeseminare sind sehr wichtig“, sagt Andrew Cross, Arzt aus Großbritannien, der ehrenamtlich acht Wochen in Yamba arbeitet. Er möchte sich auf das Fachgebiet öffentliche Gesundheit spezialisieren, zu der auch die Vorsorgeseminare gehören. „Es ist wichtig, einen internationalen Einblick zu bekommen“, sagt er. Andy, wie er hier genannt wird, hat darum auch schon in Australien gearbeitet. „Afrika ist jedoch ein noch geeigneterer Platz, um Erfahrungen mit diesem Thema zu sammeln“. Denn, so erklärt der Mediziner, in Afrika sei es wegen der Infrastruktur und der wirtschaftlichen Situation der Menschen oft schwierig, rechtzeitig die richtigen Medikamente zu bekommen. „Vorsorge spielt darum hier eine besondere Rolle“, so der Brite. Dass sie Erfolg haben kann, zeigt eine Statistik von Village Africa: Die Zahl der Malariafälle ist von 2007 bis 2010 um 45 Prozent gefallen, und zwar von 490 auf 272. Auch die Zahl von beispielsweise Wurmerkrankungen ging deutlich zurück von 68 auf 18 pro Jahr.

Die Gesundheit steht übrigens in direktem Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Situation: Wer krank ist, kann nicht arbeiten, verdient kein Geld und bleibt im schlimmsten Fall in der Armutsfalle stecken.

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BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthemen und Buchautorin.

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