In Norwegen liebt man Instagram

Geiranger
Geiranger

Hashtags sieht man in Norwegen überall. #visitnorway soll man benutzen, bittet die norwegische Tourismusagentur. Die Tourismusbehörde von Stavanger bittet um das Hashtag #regionstavanger. Und selbst Straßenzüge in Stavanger und einzelne Häuser in der Stadt haben in den Fenstern ein Hashtag hängen, das man nutzen soll, wenn man Fotos des Hauses oder der Häuser beispielsweise bei Instagram postet.

Auch in den Museen in Norwegen sind Hashtags bereits am Eingang vorgeben: Das Norwegische Ölmuseum beispielsweise schlägt die Hashtags #petroleummuseum und #oljemuseum an und gewährt seinen Besuchern kostenloses W-LAN, damit sie auch fleißig posten. Das Sardinendosenmuseum listet gleich eine ganze Liste an Hashtags auf. Ich verwende sie alle fleißig, weil ich es toll finde, dass über soziale Medien mit den Besuchern eine Interaktion gesucht wird. Allerdings, und das ist enttäuschend, gehen die Museen, Geschäfte und Privatleute den eingeschlagenen Weg nicht weiter: Zwar schlagen sie Hashtags vor, aber sie belohnen diejenigen nicht, die sie benutzen. Die nämlich erwarten ein Like, einen Retweet bei Twitter oder einen Kommentar. In einer Woche Norwegen gibt es jedoch nur einen Like eines offiziellen norwegischer Accounts, der die Interaktion sucht. Und das ist die Floibahn in Bergen, die allerdings kein Hashtag vorgegeben hatte. Zumindest habe ich es nicht gesehen. Norwegen hat also auch noch Nachholbedarf.

#ölmuseum #oljemuseum #petroleummuseum #stavanger #norwegen #regionstavanger #visitnorway

Ein von Bettina Blass (@kuechenzuruf) gepostetes Foto am

Noch mehr Nachholbedarf hat allerdings Deutschland. Hier haben Museen oft kein W-LAN für die Besucher. Stichwort Störerhaftung. Auch ein Hashtag sieht man in deutschen Museen eher selten. Noch schlimmer: Es gibt einige Museen, die sogar eine zusätzliche Gebühr dafür verlangen, wenn man dort fotografiert. Ich denke da an das Karl-May- und das DDR-Museum in Radebeul oder an das Auswandererhaus in Bremerhaven. Schade, denke ich, denn über die PR, die begeisterte Museumsbesucher kostenlos für die Ausstellung über die sozialen Medien machen, könnte man natürlich auch Besucher anlocken. Die Angst, dass Besucher nicht kommen, weil sie meinen, auf den Bildern schon alles gesehen zu haben, finde ich unbegründet. Falls dazu jemand andere Erfahrungen hat oder anderer Meinung ist, freue ich mich auf Kommentare.

BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthemen und Buchautorin.

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