Die Sache mit den Influencern bei Instagram

Ich staune nicht schlecht: Die schmächtige, schüchterne Frau, die ich bei einer Bloggerveranstaltung von Temma treffe, hat 21.500 Follower bei Instagram. Wir sitzen nebeneinander am Tisch und unterhalten uns darüber, was wir machen. Sie bloggt und instagramt. Ich mache auf vielen Kanälen ein bisschen was. Und bin mit meinen 537 Followern bei Instagram ein ungefähr staubkorngroßer Influencer. „Wie viele Follower hast du gekauft?“, frage ich sie. Sie schaut mich einige Sekunden ausdruckslos an. Dann: „Erst 5000. Und als es dann noch nicht lief, habe ich nochmals 5000 gekauft.“. Ich sage nichts dazu, kann mir aber gut vorstellen, dass 10.000 Follower eine gute Ausgangsgröße ist, um wahrgenommen zu werden und dem…

Von wegen Totholzmedien: Digitalisierung auf der #fbm17

Auf der Buchmesse in Frankfurt gibt’s – klar: Bücher. Aber längst nicht nur. Oder besser gesagt: längst nicht nur auf Papier gedruckt. Ich fahre im Gegenteil aus einem ganz anderen Grund gerne nach Frankfurt. Und zwar, weil dort regelmäßig viel über Digitalisierung gesprochen wird. Posts zur Buchmesse findet Ihr übrigens in den sozialen Medien unter #fbm17.

Super Idee: die Gutmenschen-App

Kaum ein Wort hat in den vergangenen Jahren so gelitten wie Gutmensch. Schade, finde ich, denn ich bin viel lieber ein guter Mensch als ein Arschloch. Sicherlich bin auch ich weit davon entfernt, perfekt zu sein. Aber ich gebe mir Mühe: In Vietnam und Ekuador habe ich je einem Mädchen eine Ausbildung ermöglicht. Derzeit finanzieren wir einem jungen Mann in Tansania die Schule und im Anschluss sein Studium. Ich war ehrenamtlich während der Gay Games als Reporterin im Einsatz, war Beirätin in der Eigentümergemeinschaft, bin derzeit im Vorstand der Kölner Journalisten-Vereinigung und bei der Bundestagswahl in einigen Wochen freiwillig Wahlhelferin. Blutspenden war ich neulich auch das erste Mal, und auch…

Wenn man (k)einen Urlaub gebucht hat

Es gibt viele Portale, in denen man mit Vergünstigung Produkte kaufen kann. Manchmal geht es dabei um Restposten, in anderen Fällen kommt der Rabatt dadurch zustande, dass über eine Plattform besonders viele Käufer gefunden werden. Ich hatte mit den Angeboten von letzteren Plattformen eine gute Zeit: Gutscheine für Restaurantbesuche, Cafés, Museen, Stadtführungen. Vor gut einem Jahr habe ich mich aber entschlossen, mein letztes Konto bei einem solchen Anbieter zu kündigen. Der Grund dafür: Mein Mann bekam im Juli 2016 völlig überraschend die Information von einem dieser Unternehmen, dass er eine Rundreise in Vietnam für zwei Personen gebucht habe, und zwar für 998 Euro. Das ist aus mehreren Gründen völlig abwegig:

Kinderbilder im Netz und die Folgen

So süß: Breiverschmiert, auf dem Töpfchen oder das erste Mal am Strand. Stolze Eltern teilen diese Fotos ihrer Kleinen gerne in sozialen Netzwerken – und wissen oft nicht, welche Folgen das haben kann. Doch soziale Medien wie Facebook und Instagram sind kaum noch aus dem Leben moderner Eltern wegzudenken. Sie verbinden Menschen über Kontinente und um die ganze Welt, und es ist kein Wunder, dass man dort auch Fotos der eigenen Kinder teilen möchte, um Freunde und Familie in der Ferne am Aufwachsen der Kleinen zu beteiligen. Allerdings ist die Welt da draußen nicht nur gut: „Sicherlich ist es ein extremes Beispiel, wenn wir vor Pädophilen warnen“, sagt Martin Müsgens,…

Leserbriefe aus der Hölle, Teil 2: „Sie leben von den Dummen“

Dieser Leserbrief erreichte mich als Mail und hat eine Vorgeschichte. Er bezieht sich auf einen Artikel, den ich 2013 über Postpay geschrieben habe. Der Text ist einer der meistgelesenen und -kommentierten auf meiner Homepage, und das, obwohl er schon so alt ist. Zuletzt kommentierte dort ein Mensch mit abgekürztem Vor- und ausgeschriebenem Nachnamen. Obwohl es im Artikel um Postpay geht, kam er auf Paypal zu sprechen. Ich antwortete ihm relativ kurz. Darauf kam ein langer Kommentar zurück, den ich nicht 1:1 freischalten konnte. In dem Kommentar standen nämlich Aussagen, von denen ich schlicht und ergreifend nicht weiß, ob sie stimmen oder nicht. Wären sie falsch, käme ich bei einer Veröffentlichung…

Leserpost aus der Hölle, Teil 1. „Sie bekommen Provisionen“

Die Zahl von Kommentaren, in denen ich beleidigt werde, oder in denen mir unbekannte Menschen Dinge unterstellen, die völlig absurd sind, wächst. Es scheint eine immer niedrigere Hemmschwelle zu geben, fremde Menschen anzupöppeln. Übrigens nehmen diese unschönen Umgangsformen auch unter Bekannten und über alle sozialen Netzwerke zu, habe ich den Eindruck. Ich habe dazu neulich schon einmal einen Text veröffentlicht. Ich genehmige diese Kommentare trotzdem, zumindest ansatzweise und so, dass ich damit nicht gegen geltendes Recht verstoße. Werden also in den Kommentaren Unternehmen oder Privatmenschen angegangen mit Aussagen, die nicht belegt sind oder strafrechtlich verfolgt werden könnten, veröffentliche ich diese Passagen nicht. Schließlich hafte ich für das, was auf meiner…

Wo bleibt eigentlich die Netiquette?

Hate Speech scheint mir das Thema des Jahres zu sein. Kaum eine Medienkonferenz, die ohne ein Modul zum Thema auskommt, kein Bildungsträger, der nicht mindestens einen Workshop zum Thema anbietet. Berechtigt, durchaus, denn die Welle an Hass, Verleumdungen und Bösartigkeiten, die durchs Internet rollt, ist gigantisch. Auch meine Blogs bleiben nicht immer verschont von den Kommentaren von Menschen, die nichts Besseres zu tun haben, als ihren verbalen Müll auf digitalen Plattformen zu äußern.

Maisel and Friends: Digitalisierung der Braubranche

Eine Terrasse mit Blumen und Sitzgelegenheiten, ein Backsteinhaus, ein trendiger englischsprachiger Name: Maisel und Friends. Auf den ersten Blick sieht man nicht, dass man hier vor der Brauerei Gebrüder Maisel mitten in Bayreuth steht. Doch dann fallen links vom Eingang die glänzenden Malz-Silos auf, rechts hinten sieht man gestapelte Bierkästen, viele. Und überhaupt – hängt da nicht auch ein Hauch von süßlichem Braugeruch in der Luft? Bei Maisel and Friends trifft Tradition auf Moderne: 1887 wurde das Gebäude errichtet, in dem noch heute gebraut wird. Doch heute braut der Braumeister das Bier mithilfe eines Tablets.