Warum ich nicht gut auf die Telekom zu sprechen bin

Screenshot Telekom-Seite
Screenshot Telekom-Seite

Ich bin sauer auf die Telekom – und daran ist das Unternehmen selbst Schuld. Leider ist es dem Telekommunikationsdienstleister egal, dass ich sauer bin, und das macht alles noch viel schlimmer. Aber der Reihe nach: Alles begann damit, dass ich in einen Telekom-Laden musste, weil ich dringend eine kleinere SIM-Karte benötigte. Die bekam ich dort völlig problemlos und umsonst. Die Verkäuferin machte mich aber darauf aufmerksam, dass ich einen alten Tarif habe, den es nicht mehr gibt. Und sie fragte mich, ob ich in den neuen Tarif wechseln wolle.

Sie schilderte mir die Vorteile, ich fragte nach den Nachteilen. Es gebe keine, sagte sie. Der Tarif sei besser und koste genau so viel wie meiner. Ich müsste lediglich die Umstellgebühr bezahlen, da mein Vertrag mit dem alten Tarif ja noch läuft. Ich fragte nach einem Prospekt, um mir den Tarif in Ruhe ansehen zu können, doch sie sagte, sie habe derzeit keinen. Ich verabschiedete mich mit den Worten, dass ich dann zuhause mal einen Blick ins Internet werfen würde.

Das tat ich. Und meine Gier war geweckt. Denn mit meinem Tarif – Complete Comfort M, den es nicht mehr gibt – habe ich leider nur etwa halb soviel Datenvolumen wie beim neuen Magenta M. Der Preis ist tatsächlich gleich. Einzig die Nutzung des Hotspots konnte ich nirgendwo in den Tarifdetails mehr sehen. Bei einem höheren Datenvolumen wird der Hotspot, also die kostenlose Nutzung eines Telekom-W-Lans an öffentlichen Plätzen oder im Zug, aber unwichtig. Abgesehen davon, funktioniert der Hotspot auf der von mir sehr oft befahrenen Zugstrecke Köln – Mainz sowieso so oft nicht, dass es egal ist, ob ich ihn nutzen kann oder nicht.

Vorsicht! Bereitstellungskosten für Bestandskunden sind höher als für Neukunden

Der einmalige Bereitstellungspreis sollte bei 29,95 Euro liegen. Ich sehe zwar nicht ein, warum ich den bei einem Wechsel von einem Tarif, den es nicht mehr gibt, zum aktuellen Tarif bezahlen soll – aber gut, wenn’s sein muss. Die Vorteile des neuen Vertrags liegen auf der Hand. Das böse Erwachen kam jedoch, als ich in meinem Onlinekonto den Tarifwechsel einleiten wollte: Da ich seit gut 14 Jahren Telekom-Mobilfunkkundin und Zeit meines Lebens Festnetz- und später auch Internetkundin bin, seit einigen Jahren sogar Entertain nutze und eine Prepaid-Karte fürs Tablet habe, werde ich bestraft für meine Treue. 29,95 Euro Bereitstellungsgebühr zahlen nämlich nur Neukunden. Bestandskunden wie mich straft man mit satten 49,95 Euro ab, wenn sie während des laufenden Vertrags in einen identischen oder schlechteren Tarif wechseln wollen.

Ich hielt und halte das noch immer für einen schlechten Witz. Denn wenn ich ab und zu mein Datenvolumen überschreite, buche ich für 4,50 Euro Volumen nach. Bei einer Wechselgebühr von 49 Euro könnte ich also zehn Mal nachkaufen. Da es einige Monate gibt, in denen ich mit dem Volumen locker auskomme, lohnt sich der Wechsel unter diesem Gesichtspunkt ersteinmal nicht. Jetzt kann man sich natürlich fragen, warum ich dann überhaupt wechselwillig bin: Mehr Datenvolumen würde es mir gestatten, mehr mit Video und im mobile reporting zu experimentieren.

Als Verbraucherjournalistin interessiert mich natürlich, warum diese horrende Gebühr überhaupt anfällt. Also fragte ich bei dem von mir sehr geschätzten Twitter-Account @Telekom_hilft nach:

Meine Frage nach dem Warum wurde leider nicht beantwortet. Das machte mich noch ärgerlicher. Darum wagte ich den Blick auf die Seite von Vodafone. Da ich kein subventioniertes Smartphone kaufe, bekäme ich dort für den nahezu gleichen Preis wie bei der Telekom für die nächsten zwei Jahre den identischen Tarif. Der Wechsel würde rund 30 Euro kosten. Ich schrieb darum zurück:

Nun ist das Problem: Wenn ich jetzt meinen Vertrag kündigen würde, müsste ich noch fast ein Jahr an die Telekom zahlen. Heißt: Ein Wechsel jetzt bringt mir keinen finanziellen Vorteil. Darum war ich ganz erfreut, als @Telekom_hilft anbot, meinen Vertrag zu überprüfen und nach einer Lösung zu suchen. Die Antwort war leider wieder frustrierend:

Hallo Bettina,
vielen Dank für Ihre E-Mail. Gerne habe ich mir Ihren Mobilfunkvertrag und eine mögliche Vertragsverlängerung bzw. einen Tarifwechsel angeschaut.
Eine Abweichung von der Tarifwechselgebühr ist leider nicht machbar. Bei einem möglichen Tarifwechsel vom Complete Mobil M zum MagentaMobil M kommen also 49,95 Euro inkl. Mehrwertsteuer auf Sie zu. Bettina, mir ist durchaus bewusst, dass diese E-Mail nicht das spiegelt, was Sie sich ggf. erhofft haben.
Leider kann ich dem nicht entsprechen.

Viele Grüße

Nun stand ich da. Und habe aus dieser Erfahrung heraus das Thema Handytarifwechsel erst einmal einem Kunden angeboten. Themen liegen schließlich auf der Straße. Typische Antwort des Kunden: Recherchier das mal an. Also habe ich die Pressestelle kontaktiert, denn warum dieser Tarifwechsel so viel kosten muss, hat sich mir noch immer nicht erschlossen. Antwort:

Zum Vertragsende ist der Tarifwechsel bei gleichzeitiger Vertragsverlängerung generell kostenfrei. Der Wechsel innerhalb einer Vertragslaufzeit ist auch dann kostenfrei, wenn der Grundpreis des neuen Tarifs mindestens 5 Euro höher ist als der bisherige. Lediglich ein vorzeitiger Tarifwechsel in einen neuen Tarif mit demselben oder niedrigerem Grundpreis ist mit Kosten verbunden.

Zum einen kalkulieren Unternehmen bei fest vereinbarter Vertragslaufzeit mit den daraus resultierenden Einnahmen. Zum anderen entscheidet sich der Kunde bei Vertragsabschluss in den meisten Fällen für ein subventioniertes Endgerät. Je höherwertig der Tarif, desto weniger zahlt der Kunde dabei für das neue Smartphone. Ein vorzeitiger Wechsel in einen niedrigeren Tarif würde das Geschäftsmodell in Frage stellen, da der Kunde sein Endgerät ja behält. Und schlussendlich entstehen einem Unternehmen Kosten für Auftragsbearbeitung und -abwicklung.

Die Sache mit dem subventionierten Endgerät kann ich verstehen. Aber: meines ist nicht subventioniert. Ich habe es direkt beim Hersteller bestellt und komplett selbst bezahlt. Das letzte Handy auch. Hinzu kommt: Wenn die Kosten für die Auftragsbearbeitung und –abwicklung bei 49 Euro liegen, müsste ein Mitarbeiter rund 40 Minuten damit beschäftigt sein, meinen Tarif umzustellen. Vielleicht bin ich da naiv. Aber ganz ehrlich gesagt denke ich, dass bei einer Tarifumstellung, die ich als Kunde im Internetportal selbst vornehme, kaum noch ein weiterer Mensch aktiv werden dürfte. Mein Unverständnis für diese Preispolitik und das Abstrafen treuer Kunden hat seinen Höhepunkt erreicht.

Martina Totz, VZ RLP
Martina Totz, VZ RLP

Darum telefonierte ich nun mit Martina Totz, Fachberaterin (Juristin) im Referat Telekommunikation und Medien bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Ergebnis: Die Vorgehensweise der Telekom ist erlaubt. Ich ging darum mit ihr die einzelnen Punkte durch, die man beachten muss, wenn man seinen Mobilfunkvertrag kündigen möchte:

  • Zuerst sollte man klären, zu welchem Termin man seinen Vertrag kündigen kann. Kunden mit einem Laufzeitvertrag müssen die Kündigungsfrist, meistens zwischen einem bis drei Monate, beachten. „Mit dem Vergleich der Tarife und der Bürokratie des Wechsels sollte man mindestens einen Monat früher beginnen“, so Martina Totz. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz führt übrigens eine Wechselberatung durch. Dabei werde das Nutzungsverhalten analysiert und passende Anbieter samt Tarif herausgesucht, erklärt die Verbraucherexpertin.
  • Hat man einen passenden Tarif gefunden, sollte man überprüfen, ob das Netz des neuen Anbieters am Arbeits- und am Wohnort verfügbar ist.
  • „Außerdem gibt es einen Unterschied zum Festnetz“, sagt Martina Totz. „Der Kunde muss den Vertrag nämlich in diesem Fall selbst kündigen. Beim Festnetz macht das der neue Dienstleister.“
  • Es ist möglich, die alte Rufnummer mitzunehmen. Das muss der Kunde allerdings beantragen – und es kann ein paar Tage dauern, bis die Portierung erfolgt. Die Portierung kostet außerdem Geld – „häufig 29,95 Euro“, sagt Martina Totz.
  • „Ganz wichtig bei der Portierung: Die Daten beim neuen Dienstleister müssen exakt so eingetragen werden, wie es beim alten war.“ Heißt: Wenn ich bei der Telekom als „Blass“ stehe, und ich bei Vodafone „Blaß“ eingeben würde, könnte die Portierung fehlschlagen. Das gilt auch, wenn sich an der Adresse etwas geändert hat. Totz Tipp:“Erst beim alten Anbieter alles überprüfen und anpassen, dann beim neuen richtig eingeben.“

Fazit: 2013 habe ich insgesamt rund 1.360 Euro an die Telekom überwiesen. Dieses Jahr wird es nicht weniger sein. Rechnet man es hoch auf die letzten Jahre und Jahrzehnte kommt offensichtlich trotzdem keine Summe zusammen, die hoch genug ist, um mich als Kunde halten zu wollen. Ein Wechsel zu Vodafone wird mir mit den Kosten für die Rufnummerportierung nicht wirklich Geld sparen. Ich finde allerdings, dass es bei diesem Fall ums Prinzip geht – und habe mir darum den Kündigungstag in den Kalender eingetragen.

Nachtrag 28. November 2014: Vergangene Woche kam per Post ein Angebot der Telekom: Ich könnte meinen Vertrag jetzt sofort und kostenlos auf Magenta Mobil L umstellen – ohne Vertragsverlängerung! Das würde mich im Monat zehn Euro mehr kosten, also bis zum Ende der Vertragslaufzeit etwa 100 Euro. Verstehe ich nicht, liebe Telekom … Bietet mir doch einfach den kostenlosen Wechsel auf Magenta Mobil M an, also den den Nachfolgetarif zu meinem, und mit Vertragsverlängerung. Dann bleiben für mich die Kosten gleich, aber ihr könnt euch sicher sein, dass ich noch mindestens bis 2016 euer Kunde bin – mit allen meinen Verträgen. Da hättet ihr meines Erachtens mehr davon. Und ich auch.

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BettinaBlass

Wirtschaftsjournalistin, Dozentin für Internetthmen und Buchautorin.

18 Gedanken zu „Warum ich nicht gut auf die Telekom zu sprechen bin

  • Pingback:Noch ein Grund, den Telekom-Handy-Vertrag zu kündigen

  • März 18, 2015 um 10:29 pm
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    Ja das kenne ich.

    Bei mir ist es zwar nicht das Handy aber die Starre weigerung meine Leitung zu endstören bzw. den vorhandenen Vertrag komplett zu erfuellen.

    Auch der andauernde versuch mir Produkte zu verkaufen die nur Geld kosten aber an der Situation nichts verbessern ist schon recht Lästig.

    Die einzige Option die mir zur Zeit gelassen wird ist das ich einen neuen Vertrag zu meinem Nachteil abschließen soll um endlich auf einen ungestörten DSLAM umgeschaltet zu werden.

    Bei interesse kann ich ihnen meinen Leidensweg was ausfuehrlicher beschreiben.

    Walter

    • März 19, 2015 um 6:40 am
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      Hallo Walter,
      das klingt schon dramatisch genug, finde ich! Und abgesehen davon: ich kann ja nicht einmal mein eigenes Problem lösen. Insofern tut es mir zwar gut, dass ich offensichtlich nicht die einzige bin. Aber es tut mir natürlich leid, dass auch bei dir keine Lösung in Sicht ist! Weiterhin viel Glück und gute Nerven!

  • März 31, 2015 um 12:53 pm
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    Hallo Bettina,

    das ist (leider) normal. Ich würde dir sogar fast noch gratulieren, dass du noch nicht zu Vodafone gewechselt bist, denn hier ist es noch schlimmer.
    Du musst dich damit abfinden, dass die Unternehmen nur dein Bestes, nämlich dein Geld wollen.

    Die Tarifstruktur ist so ausgelegt, dass man gut Werbung machen kann und alles so attraktiv klingt um viele neue Kunden anzulocken. Bestandskunden sollen davon aber möglichst nicht profitieren, die müssen ja schließlich den Gewinn finanzieren.

    Ich kann dir deshalb nur empfehlen denen Vertrag grundsätzlich! zum Ende der nächsten Mindestvertragslaufzeit zu kündigen. Denn dann steht dir entweder ein Wechsel zur Konkurrenz (bei der du ja die Neukundenvorteile wahrnehmen kannst) oder oftmals auch ein Kundenrückgewinnungsangebot offen. Nur so fährst du gut – und noch nebenbei: Kauf dir dein Handy nicht selbst, wenn du sowieso eine Vertragsbindung eingehst. Durch die Grundgebühren zahlst du ein Handy ab, welches du nicht hast. (Nimm lieber ein hochwertiges und verkauf es weiter).

    • März 31, 2015 um 1:01 pm
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      Danke für deinen Kommentar, Stefan. Mein Mann ist seit vielen Jahren bei Vodafone und sehr zufrieden. Ich sehe quasi den täglichen Vergleich zwischen beiden Anbietern und dementsprechend Vor- und Nachteile. Vodafone schneidet in den letzten Monaten immer besser ab als die Telekom, speziell, wenn wir im Ausland unterwegs sind. Ich kaufe mein Handy immer selbst, weil das für mich die sinnvollere Variante ist – steuerlich betrachtet und auch, wenn ich eine SIM eines anderen Anbieters einlegen möchte, im Ausland also beispielsweise. Ein Handy nur zu nehmen, um es dann weiterzuverkaufen, ist mir ehrlich gesagt zu viel des Guten. Und ich werde ganz sicher auch nicht regelmäßig meinen Handyvertrag kündigen, der Aufwand ist mir zu groß. Mir geht es nicht um eine Ersparnis von einigen Euro, sondern darum, als Kunde fair behandelt zu werden. Einen Tarif, den es nicht mehr gibt, nur dann wechseln zu dürfen, wenn ich dafür bezahle, das empfinde ich nicht als fair.

      • April 28, 2017 um 4:32 pm
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        Hallo Bettina
        Ich bin seit 1987 Handy Nutzer.
        Ich habe damals mit Manmobilia angefangen daraus wurde D2Vodafone
        Mehrjähriger Stammkunde dem das Handy(Motorola)(Banane genannt) kurz nach Vertragsverlängerun defekt ging wollte ich eines von D2 Manmobilia neu bekommen da verlangten sie neuvertrag + 650.- DM. Für neues Handy als ich nicht darauf einging bekam ich Stress mit den Rechnungen und als ich gekündigt habe wurde ich nochmals belästigt tag und Nacht bis mein Rechtsanwalt ihnen einen deftigen Brief schrieb.
        Kurzgesagt seit 1992 schwor ich mir nie mehr D2 Nie Mehr Vodafone.
        Und seit dem Wechsel ich bei vertragsablauf immer auf neuen Vertrag mit D1 habe die besseren Konditionen immer ein aktuelles handy das ich meinen kindern weiter gebe und bin somit zufriedener und wichtig OHNE ÄRGER!!!

        • April 28, 2017 um 4:34 pm
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          Prima! Ich bin seit der Vertragsumstellung auch sehr zufrieden!

  • Oktober 31, 2015 um 4:45 pm
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    Die Antwort auf ihre Frage haben Sie doch bereits selber gefunden:
    „Denn mit meinem Tarif – Complete Comfort M, den es nicht mehr gibt – habe ich leider nur etwa halb soviel Datenvolumen wie beim neuen Magenta M. Der Preis ist tatsächlich gleich.“

    Ein Vertrag legt schließlich fest, dass sie über einen Zeitraum x von ihrem Anbieter die Leistungen y zu einem Preis von z erhalten. Wenn Sie nun allerdings während der Laufzeit des Vertrages einfach Leistungen > y zu dem gleichbleibenden Preis z fordern, ist die Frage berechtigt, weshalb der Anbieter sich darauf einlassen sollte.

    Kurzum: Wieso sollte er Ihnen das doppelte Datenvolumen zum gleichen Preis anbieten? Sie würden schließlich auch die Forderung Ihres Anbieters, fortan für die Hälfte des Datenvolums den gleichen Preis wie bisher zu zahlen, als absurd verweigern und sich auf den geschlossenen Vertrag berufen.

    • Oktober 31, 2015 um 4:53 pm
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      Ich denke, der Artikel hat alle Argumente genannt, es ist also müsig, sie nochmals aufzulisten. In der Zwischenzeit habe ich übrigens Magenta – das ging nach meiner Kündigung plötzlich sehr unkompliziert und schnell. Und nur kurz, nachdem ich den neuen Vertrag geschlossen habe, ist das Datenvolumen verdoppelt worden. Der Preis aber gleich geblieben.

    • Juni 29, 2016 um 1:12 pm
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      Natürlich hat auch die Telekom einen Vorteil: Die neue Mindestvertragslaufzeit. Ich hatte damals einen Vertrag bei Smartmobil, den ich nicht rechtzeitig gekündigt hatte. und der um 12 Monate verlängert wurde. Nach 3 dieser 12 Monate ging mein Handy kaputt. Zu diesem Zeitpunkt gab es ein Angebot, für 9,99, genauso teuer wie mein Vertrag, inklusive kostenlosem Handy und 24 Monaten Mindestvertragslaufzeit. Da habe ich eine nette E-Mail geschrieben und gefragt, ob wir meinen Vertrag auflösen können, und ich im Gegenzug dieses Angebot nehme.Die Vorteile sind also auf beiden Seiten: Für mich das Handy (bzw. für Frau Blass das erhöhte Datenvolumen), für Smartmobil mindestens 24 statt 9 Monate ein 9,99€ zahlender, zufriedener Kunde (bzw. im obigen Fall eine 24 Monate zahlende statt gut 12 Monate zahlende, zufriedene Kundin)…

  • Mai 3, 2016 um 2:07 pm
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    Hallo Bettina,

    ich kann deinen Unmut leider nicht verstehen. Deine Kundenzugehörigkeit spielt hier keine Rolle, kein Mensch bei der Telekom weiß, dass du seit 14 Jahren Kunde bist. Das ist ja auch nicht Gegenstand deines Vertragsverhältnisses. Du unterschreibst/gehst einen Vertrag mit der Telekom ein für 24 Monate. Nicht weniger und nicht mehr. Du zahlst, Telekom stellt dir ihre Dienstleistungen zur Verfügung. Willst du von Comfort M auf Magenta Mobil M wechseln, dann gerne, aber nach 24 Monaten, völlig legitim und kostenfrei.

    Alles andere was bei der Telekom fabriziert wird, ist reine Kulanz. 1 Monat vor Vertragsende wechseln -> kostenfrei = Kulanz, ist vertraglich nicht festgehalten, aber keiner sagt da nein.

    Früher war sogar der Wechsel nach mind. 12 Monaten nach unten aus Kulanz erlaubt. Was denkst du welch ein enormer Umsatzverlust das bei etlichen Wechseln von Premium Tarifen in die kleinen Tarife darstellt?

    Nun gut, jetzt kann man sich über diese Regelung streiten, 5€ mehr, alles darunter ist ein Downgrade, kann man aber auch anders sehen. Jetzt bringt die Telekom einen Tarif raus, der kostet genau so viel wie der alte M, hat aber deutlich mehr Leistungen. Wer eben seinen Vertrag nicht einhalten möchte, muss sich an diese Kulanzregelung halten bei einem möglichen Wechsel seines Tarifes in einem gleich teuren Tarif. Natürlich will auch hier die Telekom hochwertig verkaufen. Dem Kunde steht es jedoch frei; Laufzeit einhalten und frühestens 1 Monat vor Vertragsende aus kulanz kostenfrei reinwechseln oder festvereinbarten Vertrag nicht einhalten und unbedingt in den gleichteuren Tarif reinwechseln und dafür dann eben den Tarifwechselpreis zahlen in Höhe von 49,95€ – das muss man dann in Kauf nehmen.

    Langjähriger Kunde hin oder her – Vertrag ist Vertrag. Wenn sich deine Geschäftspartner nicht an Verträge halten, dann bist du bestimmt auch nicht erfreut darüber. Hier tust du das gleiche. Du willst einen besseren Tarif für dasselbe Geld und das vor Ende deiner vertraglich vereinbarten Laufzeit. Man kann sich darüber ärgern, aber dann sollte man auch die Seite des Dienstleisters betrachten. Du willst was geschenkt, kriegst es nicht -> dann wirst du sauer und die anderen sind schuld.

    Sollte man als Verbraucherjournalistin nicht eigentlich darüber Bescheid wissen, dass das Absolut kein Grund ist sauer zu sein, sondern die ganz normale Vertragswelt?

    Pacta sunt servanda

    • Mai 3, 2016 um 2:16 pm
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      Danke für deine Stellungnahme. Leider liegst du falsch. Nachdem ich gekündigt habe, habe ich mit genau meinen Argumenten die Umstellung kostenlos und sofort bekommen. Übrigens kein ungewöhnliches Vorgehen von Telekommunikationsdienstleistern. Und: Ich wollte gar nichts Besseres, sondern das, was auch der Neukunde bekommt. Aber das steht ja alles im Text.

    • Juni 29, 2016 um 1:21 pm
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      Ein Vertrag muss nicht zwingend eingehalten werden. Wenn beide Parteien einen Vorteil haben, kann man einen Vertrag durchaus auch verändern. Klar müssen beide einverstanden sein, aber hier gibt es keinen Grund für die Telekom, dies nicht zu tun. Ich habe in meiner Antwort zum Post über ihrem schon ausführlich erklärt, aber hier nochmal kurz:
      Telekom besteht auf ihren Vertrag, Frau Blass zahlt noch bis zum Ablauf ihrer Vertragszeit an die Telekom, so wie der Text klingt, vermutlich n gutes Jahr, sagen wir mal 15 Monate. Bei dem Preis den sie oben nennt (1360€ im Jahr), macht das 1800€. Danach wechselt sie. Output für die Telekom: 1800€ und negative Publicity, Output für Frau Blass: 15 Monate nerviges Internet und Arbeit für den Wechsel

      Erlaubt die Telekom nun aber den (kostenlosen) Wechsel, gibt es 24 Monate (=2720€) Geld für die telekom und mindestens mal keine negative Berichterstattung. Frau Blass hat keinen Streß, gutes Internet und wird aller vorraussicht nach auch über die 24 Monate hinaus bei der Telekom bleiben.

      Das einzige was die Telekom hier versucht, ist aus Leuten, die sich eben nicht informieren, was es an anderen Angeboten gibt, das Geld aus der Tasche zu ziehen… das wird doch durch die Reaktion auf die Kündigungsdrohung ganz klar gezeigt. plötzlich hat man ja erkannt, das ein kostenloser Wechsel auch für die Telekom Sinn macht

      • Juli 3, 2016 um 6:35 pm
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        Interessanter Gedanke.
        Beispiel: Kunde bestellt Tarif a mit bestimmten Leistungen.
        4 Wochen später gibt es neue Tarife, ua. den Tarif B der die selben Leistungen hat wie der alter Tarif a, nur mehr Leistungen für den selben Preis. Jetzt darf also jeder Kunder mit Tarif a in den neuen Tarif b kostenfrei reinwechseln? Dann könnte ja die Telekom immer bei neuen Tarifen alle Kunden bestandskundenwirksam in die neuen Tarife paken bei gleichbleibenden Kosten, aber mehr Leistungen. Das ist Humbug.

        Tja, warum das bei einer Kündigung passiert ist ganz klar. Die Telekom will keine Kunden verlieren, aber nur weil ein Kunde jammert, kriegt er nicht immer das was er will. Das würde Millionen Kunden betreffen. Das ist eher die Ausnahme bei einer Kündigung, kriegt auch nicht jeder und reine Kulanz. Prozesse sind da um sie einzuhalten. Kulanz bleibt Kulanz und da muss man sich auch als Telekom von Kunden mit einer Kündigung dazu nicht nötigen lassen.

        • Juli 3, 2016 um 7:22 pm
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          Tut mir leid, Dani, du täuschst dich. Mein neuer Magenta M wurde bereits zweimal von der Telekom nachgebessert, ohne dass ich irgendetwas dafür tun musste. Es kam einfach eine SMS, die mich darüber informierte, dass der Tarif besser geworden ist. Und zwar in Bereichen, in denen der Kunde das sehr leicht nachvollziehen kann. Der Preis blieb gleich. Ich bin sehr zufrieden mit meinem jetzt gar nicht mehr so neuen Tarif. Und denke darum auch nicht mehr über einen Wechsel nach.

          • Juli 3, 2016 um 9:09 pm
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            Warum täusche ich mich?
            Die Telekom hat hier ab April 16 bestandskundenwirksam alte Tarife nachgebessert und zeitnah neue Tarife rausgebracht. Das alles aus Kulanz und ohne Mehrkosten zu verlangen. Ein Geschenk für alle Kunden.
            Ursprünglich ging es mir hier aber mehr um deinen Ummut – über die Telekom selbst weiß ich jedoch bestens Bescheid, auch wenn ich mich hier nur privat dazu äußere.

          • Juli 3, 2016 um 10:05 pm
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            Ich bezog mich auf deine Aussage:“Dann könnte ja die Telekom immer bei neuen Tarifen alle Kunden bestandskundenwirksam in die neuen Tarife paken bei gleichbleibenden Kosten, aber mehr Leistungen. Das ist Humbug.“ – nö, ist es nicht. Denn genau das ist ja passiert. Und ja, das ist ein Geschenk. Wunderbar. So hält man Kunden. Nicht, indem man Neukunden lockt, und Altkunden vor den Kopf stößt. Wie gesagt: Seit ich mit dem netten Mann von @telekom_hilft damals telefoniert habe, verstehen wir uns wieder blendend, die Telekom und ich. Kündigen ist also eine gute Idee, zumindest beim Handyvertrag. Entweder wird’s beim alten Anbieter dadurch besser, oder man wechselt dahin, wo’s besser ist. Beim Festnetz ist es leider noch immer gefährlich, wenn man nicht plötzlich ohne Verbindung in die Welt dastehen will.

  • Juli 6, 2017 um 8:15 am
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    Da zu diesem Thema nach rund drei Jahren alles gesagt ist, schließe ich hier die Kommentarfunktion.

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